TauchJournal - abtauchen im netz
RSS-Feed TauchJournal aud Facebook
» News » Tauchmedizin » 15 Jahre HBO in Freiburg: Heilen mit Druck und dem „Medikament" Sauerstoff
Sea Explorers

Rubrik: Tauchmedizin

15 Jahre HBO in Freiburg: Heilen mit Druck und dem „Medikament" Sauerstoff

Dienstag, 8. November 2011, 07:35

Die Hyperbare Sauerstofftherapie HBO kann manchmal die einzig mögliche medizinische Therapie sein, oft ist sie – nach erfolglosen anderen Therapieansätzen – eine wichtige, weitere Möglichkeit zur Erhaltung bzw. Wiedergewinnung der Gesundheit

Dr. Hellmuth Sümmerer, Leiter des Druckkammerzentrum Freiburg, Foto: Thomas Kunz

15 Jahre erweitert die HBO bereits in Freiburg die therapeutischen Möglichkeiten bei Hörsturz, Tinnitus und Schalltrauma. Auch Wundheilungsstörungen nach Bestrahlung oder bei Diabetes oder Knochenerkrankungen an Schulter, Hüfte, Knie oder Fußwurzel lassen sich erfolgreich in der Druckkammer behandeln; ebenso Strahlenproktitis und Strahlenzystitis sowie Retinitis pigmentosa. Bei einem Gasbrand oder Tauchunfall kann sie lebensrettend sein und bei einer Rauchgasvergiftung neurologische Spätschäden verhindern.

45.000 Behandlungen bei Hörstörungen, Knochennekrosen, chronischen Wunden und Tauchunfällen
Doch das „Medikament" Sauerstoff wirkt erst unter Druck. Nur in der Therapie-Druckkammer löst sich der Sauerstoff um ein Vielfaches und sorgt im Gewebe oder in Knochen für eine Steigerung des Sauerstoffgehalts um das 4-5 fache. Dadurch werden im Körper enorme Selbstheilungskräfte für die Regeneration von Gewebe und Sinneszellen freigesetzt, ganz ohne Medikamente oder Operationen.

Dies war für eine Gruppe von sechs Ärzten im Jahre 1996 Grund genug, dafür zu sorgen, dass eine Druckkammer nach Freiburg kommt. Dr. med. Hellmuth Sümmerer, der leitende Arzt am Druckkammerzentrum Freiburg, ist von Anfang an dabei: „In über 45.000 durchgeführten Behandlungen hat sich die positive Wirkung der HBO bestätigt. In vielen Fällen konnten lästige Ohrgeräusche gemindert oder beseitigt werden. Neben dem Tinnitus bestand oft auch eine Hörminderung nach einem akuten Hörsturz. Auch hier haben Patienten oft ihr Gehör wieder gefunden oder zumindest verbessert. Geradezu erstaunlich ist die Wirkung des unter Überdruck eingeatmeten Sauerstoffs bei Knochenmarködemsyndromen", weiß der Mediziner zu berichten. In den meisten Fällen wird eine Gelenk-Prothese vermieden und Patienten erleben eine rasche Schmerzreduktion. Wunden in einem vorbestrahlten Gebiet heilen erst durch die HBO. „Selbst im Körperinnern lassen sich so Schäden an Blase und Enddarm zuverlässig heilen. Einschränkungen in der Lebensqualität werden beseitigt", so der Arzt.

Die tauchmedizinische Kompetenz des Druckkammerzentrums Freiburg können Taucher für eine gründliche Tauchtauglichkeitsuntersuchung, für präventive 50m-Druckkammerseminare zum Erleben des Tiefenrausches und natürlich zur raschen Behandlung von Dekompressionserkrankungen nützen. Berufstauchern steht die G31-Untersuchung zur Verfügung.

Wirkung und optimaler Einsatz der HBO ist zwar erforscht, aber auch bei Ärzten noch zu wenig bekannt
„Sauerstoff ist bekanntermaßen lebensnotwendig. Therapeutisch wirksam wird er erst in der Druckkammer. Alle anderen Anwendungen von Sauerstoff, also die Anwendung unter normalem Druck, sind in ihrer Wirkung nicht erforscht und der HBO deutlich unterlegen“ betont Sümmerer und bedauert: „Trotz der guten Behandlungserfolge wird in der täglichen ärztlichen Routine nicht immer oder nicht rechtzeitig an den Einsatz der HBO gedacht. Aus diesem Grunde biete ich Kollegen, aber auch Patienten, eine sorgfältige Beratung an, welche Vorteile die HBO im konkreten Krankheitsfall bietet." Dass diese Beratung zukünftig noch intensiver genutzt wird, ist der erklärte „Jubiläums-Wunsch" des Arztes: „Oft ist der richtige Zeitpunkt der Behandlung Voraussetzung für deren Erfolg. Bei Hörsturz oder Tinnitus muss sie möglichst rasch erfolgen. Grundsätzlich ist der Einsatz der HBO immer dann sinnvoll, wenn Standardtherapien oder die bisherigen Maßnahmen nicht oder nur unzureichend gewirkt haben." Infos: www.hbo-freiburg.de.

Schlagwörter: ,

Kurzlink:


TauchJournal-News per Mail abonnieren

RSS-Feed abonnieren RSS-Feed

Diesen Artikel weiterempfehlen:

ANZEIGE Mares

Japan darf weiter mit bedrohten Walen handeln

Montag, 4. Dezember 2017, 09:46

Der Ständige Ausschuss des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) hat am 27. November 2017 die Gelegenheit versäumt, Japans massivem Inlandshandel mit Seiwalfleisch ein Ende zu bereiten. Stattdessen hat der Ausschuss eine Entscheidung darüber bis Ende 2018 verschoben Seit 2002 hat die japanische Walfangflotte im Nordpazifik über 1.400 Seiwale gefangen. Die Wale, die auf der Roten Liste als stark gefährdet gelistet sind, werden nach der Tötung direkt auf dem Fabrikschiff zerlegt und alle...

... mehr »

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.