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Rubrik: Tauchreisen

Ägypten: das langsame Tauchbasen-Sterben im Süden der Sinaihalbinsel

Dienstag, 23. Februar 2016, 09:25

Die anhaltende Rezession im ägyptischen Tourismus hat gerade auf dem Sinai weitreichende Folgen für die dort ansässigen Tauchbasen, die ganz einfach nicht mehr oder kaum noch wirtschaftlich betrieben werden können

Tauchbasis

Zur Zeit geschlossen: die Werner-Lau-Tauchbasis in Sharm el Sheikh, Foto: © www.wernerlau.com

Infolge des Flugzeugabsturzes einer russischen Passagiermaschine im Oktober 2015, als dessen Ursache ein terroristischer Anschlag vermutet wird, stellten nahezu alle europäischen Fluglinien ihre Direktflüge nach Sharm el Sheikh und auf den Sinai ein. Die Folge: Vor Ort gibt es kaum noch Gäste, und die Hotels stehen in Sharm und Dahab gleichermaßen leer – kein Tauchpublikum vor Ort also.

Ägyptische Quellen berichten unter Berufung auf offizielle Kreise jetzt detailliert über das Ausmaß des Touristenrückgangs und die Lage der Tauchbasen. Laut dem Berater des ägyptischen Tourismus-Ministeriums Adela Ragab soll die Zahl der russischen Urlauber 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 23,9 Prozent zurückgegangen sein, die Zahl der britischen Urlauber um 4 und die der deutschen um 16,4 Prozent.

Im Südsinai gibt es den Angaben zufolge etwa 130 Tauchbasen. Viele Basen in Sharm el Sheikh und Dahab hätten bereits geschlossen, zeitweilig Beschäftigte entlassen und ihr Stammpersonal in Urlaub geschickt – in der Hoffnung, dass irgendwann der Tourismus vor Ort wieder anzieht und wieder (Tauch-)Gäste kommen.

Riffe in der Nähe von Sharm el Sheik

Riffe in der Nähe von Sharm el Sheik, Foto:
© Harald Mathä, Archiv TauerNet

Prominentes Beispiel einer betroffenen Basis ist das Diving Center Werner Lau in Sharm. Werner Lau wollte dieses zum 31. Dezember 2015 schließen – wir berichteten. Nach viel Zuspruch und auch Protest vieler Taucher sowie dem (finanziellen) Entgegenkommen des Vermieters der Tauchbasis-Räumlichkeiten hat er die endgültige Schließung in eine temporäre umgewandelt und will Ende März 2016 wieder öffnen – dies wieder in der Hoffnung, dass ab April tatsächlich wieder Direktflüge angeboten werden und dann auch die Urlauber wieder ihren Weg nach Sharm finden – wir berichteten ebenfalls.

Die Lage vor Ort scheint dramatisch. Nach Angaben ägyptischer Quellen versucht das Land jetzt mit Hilfe von Werbekampagnen und preisreduzierten Urlaubsangeboten die ausländischen Urlauber zurückzugewinnen – ein wirtschaftlich notwendiger Schritt, belaufen sich die Einnahmen aus dem Tourismus doch auf 11,3 Prozent des ägyptischen Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Übrigens: Wer nicht aus die Wiederaufnahme der Direktflüge auf den Sinai warten will, hat jetzt schon Möglichkeiten, dorthin zu gelangen. Einen Überblick über Flugmöglichkeiten bietet beispielsweise der Reiseveranstalter Sea More Travel auf seiner Website www.seamore-travel.de/blog/fluege-nach-sharm-el-sheikh.html.

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2 Kommentare

    Thomas sagt:

    Für alle Reise- und Tauchwilligen:
    Es gibt Nonstop-Flüge aus Zürich nach Sharm el Sheikh. Diese kosten ca. 250 Euro pro Kopf inkl. Tauchgepäck.
    Die Tauchplätze sind derzeit nahezu verwaist. Wir waren über alleine; auch an der Top Spots Jackson Reef sowie Shark and Yolanda Reef, wo zu Normalzeiten fast schon Tauchersuppe herrscht.

    Kerstin Streller sagt:

    Hallo Zusammen, ganz viele Ägyptenfans, ob Taucher oder nicht, hoffen, dass es ab Mitte März wieder normal läuft mit den Fliegern. Der Sinai ist so ein herrliches Fleckchen Erde. Wir sind trotz der langen Reisezeiten im Dezember nach Sharm gekommen. Drücken allen in Sharm, Dahab und überall auf dem Sinai die Daumen, dass es wieder besser wird. Viele Grüße Kerstin Streller

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