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Rubrik: Biologie

Anglerfische: die schnellen Schlucker

Mittwoch, 26. August 2015, 12:21

Anglerfische zu finden ist die schwierigste Aufgabe eines Tauchgangs. Sie dann zu fotografieren oder zu beobachten dann recht einfach, da sie sich auf ihre Tarnung verlassen und brav sitzen bleiben. Was man den behäbig im Riff lauernden Fischen aber gar nicht zutraut, ist dass sie ihrer Beute in Weltrekordzeit verschlingen

Anglerfisch

Anglerfisch, Similan Ilands, Foto: © stockpix4u/fotolia.com

Jetzt mal ehrlich: Wer hat schon selbst einen Anglerfisch entdeckt? So ganz ohne Guide, der deutet, weil da was sein soll. Meist erkennt man dann irgendwann ein Auge oder eine Brustflosse, die sich irgendwo abstützt. Und so konkretisiert sich das Stückchen irgendwas dann als „Fisch“. Als ziemlich seltsames Exemplar von Flossenträger aber, der sich in einem Schwamm verspreizt- oder als Seescheide verkleidet hat. Oder so fransig wie ein alter Flokatiteppich am Meeresgrund herumliegt.

Informationen Anglerfische
Arten: Etwa 50 Arten
Familie: Antennariidae
Länge: bis 35cm
Lebensraum: Boden- und Riffbewohner
Aussehen: Perfekt getarnt und unfischig

Nomen est omen: Und auch fast alle Anglerfische besitzen eine Angel. Der erste Strahl Rückenflosse ist als solche umgebildet und trägt meist einen Köder, der wie eine Garnele oder ein Würmchen aussieht. Nicht nur das Aussehen, sondern auch die typischen Bewegungen des Köders werden perfekt imitiert.


Ein tolles Video (auch gezeigt am Kurzfilmfestival in San Diego) zeigt den Anglerfisch in einigen fantastischen Sequenzen (ab 0:38). Ein sehenswertes Video mit guten Einblicken in die Fortbewegungsarten und Jagdmethoden des Anglerfisches. Danke an Dénise Glazer (Purple Twins) für die Bereitstellung.

Sechs Millisekunden, das sind 0,006 Sekunden oder 6/1000s. Solange dauert es, bis ein Anglerfisch sein Maul aufgerissen und angesaugt hat oder ein LED am Monitor reagiert. In diesen sechs Millisekunden hat das kompliziert gebaute Kiefer einen gewaltigen Unterdruck aufgebaut und die Beute samt einem Schwall Wasser eingesaut.

Als sportlich kann man Anglerfische wahrlich nicht bezeichnen – wozu auch? Am liebsten krabbeln und klettern sie auf  den Vorderflossen durchs Riff, etwas schneller geht als auf allen Vieren im Schweinsgalopp. Nur wenn es mal wirklich pressiert, dann können sie auch schwimmen.

„Anglerfische fotografieren ist nicht schwer, sie zu finden dagegen sehr!" besagt ein altes Tauchersprichwort. Noch schwieriger ist es einen Angler beim Schnappen der Beute abzulichten, denn in 0,006 Sekunden hat er sein Maul aufgerissen und kurz danach ist die Beute schon im Schlund verschwunden: Mit einer Blitzsynchronzeit von 1/60 Sekunde ist man da meist zu langsam …

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