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Rubrik: Umwelt

Anrainer beschließen Fischereiverbot in der Arktis

Montag, 20. Juli 2015, 08:53

Seit Jahren gibt es immer weniger Meereis im Nordpolarmeer. Grund dafür ist der Klimawandel. Im Sommer könnte die Arktis bald eisfrei sein. Zum Schutz der Umwelt haben die Anrainerstaaten jetzt ein Verbot des Fischfangs beschlossen

Arktisches Meereis

Arktisches Meereis in der Framstraße, Foto: © Sebastian Menze, Alfred-Wegener-Institut

Sechs Staaten, die USA, Russland, Kanada, Dänemark (für Grönland) und Norwegen haben in Oslo am Donnerstag, den 16. Juli 2015, ein Abkommen unterzeichnet, das die kommerzielle Fischerei in einer 2,8-Millionen-Quadratkilometer-Zone des Nordpolarmeers verbietet.

Sollte das Meereises weiter abschmelzen, könnte der Arktische Ozean bald in den Sommermonaten eisfrei sein und so eine kommerzielle, industrielle Fischerei ermöglichen. Der Trend ist eindeutig: Das arktische Meereseis hat sich von 1971 bis 2015 um 65 Prozent ausgedünnt. Im Sommer 2012 waren bereits 40 Prozent des zentralen Polarmeers eisfrei. Aktuelle Informationen zur Situation des Meereises in der Arktis – und auch der Antarktis – gibt es übrigens jederzeit auf der Internetseite www.meereisportal.de des Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI).

Bereits 2012 hatten namhafte Wissenschaftler ein Fischereiverbot für die arktischen Gewässer gefordert – jetzt ist es umgesetzt.

Meereiskonzentration in der Arktis

Die aktuelle Meereissituation der Arktis am 16.07.2015, Grafik: © meereisportal.de

Eine weitere Bedrohung für Natur und Umwelt ist damit allerdings noch nicht gebannt: Die Arktis verfügt über Bodenschätze auf die es die Anrainerstaaten abgesehen haben. So will Shell in diesem Jahr erneut vor der Küste Alaskas nach Öl suchen. Sollte Shell Öl finden und fördern, schätzt eine US-Regierungsbehörde (Bureau of Ocean Energy Management) die Wahrscheinlichkeit für mindestens einen schweren Unfall auf 75 Prozent. „Trotz dieses enormen Risikos setzt Shell skrupellos die sensible Region aufs Spiel,“ sagt Larissa Beumer, Arktis-Expertin von Greenpeace und fordert einen Stopp der Ölsuche.

Shell gefährdet bereits mit den Probebohrungen tausende Wale und Robben. Die enorme Lärmbelastung unter Wasser durch seismische Tests, Bohrungen und Eisbrecher kann zur tödlichen Gefahr werden für viele, zum Teil bereits gefährdete Arten. Unterwasserlärm stört die Kommunikation und Orientierung der Meeressäuger und könnte die Tiere aus ihren bevorzugten Futtergebieten vertreiben. Im Extremfall kann es sogar zu Todesfällen oder Massenstrandungen kommen.

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