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Rubrik: Wissenschaft

Arbeitstreffen zur deutsch-russischen Meeres- und Polarforschung

Sonntag, 23. November 2014, 11:46

Seit über 20 Jahren untersuchen russische und deutsche Wissenschaftler gemeinsam, wie sich die Arktis und angrenzende Regionen verändern. Grundlage ist die entsprechende Fachvereinbarung zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Russischen Föderation

Schiffskonvoi

Schiffskonvoi in der sibirischen Wilkitzkistraße. Auf diesem Weg fuhr auch im September 2014 ein russisches Forschungsschiff mit deutschen und russischen Wissenschaftlern Richtung Osten, um in der Laptewsee die Auswirkungen des Klimawandels zu untersuchen, Foto: G. Laukert

Jetzt trafen sich Vertreter der Politik und beteiligte Wissenschaftler am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, um aktuelle Ergebnisse auszutauschen und das weitere Vorgehen zu diskutieren.

Auswirkungen des Klimawandels in den arktischen Schelfmeeren, die Entwicklung der sibirischen Permafrostböden oder auch Vulkanismus im Nordwestpazifik – das sind nur einige Beispiele aktueller Forschungsthemen, an denen deutsche und russische Wissenschaftler gemeinsam arbeiten. Seit mehr als 20 Jahren bestehen in der Meeres- und Polarforschung enge und vertrauensvolle Verbindungen zwischen beiden Ländern. Ausdruck davon ist das 19. Bilaterale Arbeitstreffen zu diesem Themenbereich, das vom 19. bis 21. November 2014 am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel stattfand. Grundlage für die jährlichen Arbeitstreffen ist die entsprechende deutsch-russische Fachvereinbarung zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Russischen Föderation.

„Wir freuen uns, dass auch unter den schwierigen Randbedingungen die gemeinsame Forschung weiter funktioniert und sogar ausgebaut wird. Denn der Klimawandel, der Verlust an Meereis in der Arktis, die Veränderungen in den Ökosystemen und in den großen Strömungsmustern – all das sind hochaktuelle Themen“, sagt Dr. Heidemarie Kassens vom GEOMAR. Die erfahrene Polarforscherin war erst im September und Oktober im Rahmen des bilateralen Projekts „Transdrift“ mit einem russisch-deutschen Wissenschaftler-Team auf einem russischen Forschungsschiff auf den sibirischen Schelfmeeren unterwegs. Die Expedition hat eine große Menge an neuen Daten erbracht, die zeigen, wie rasant die Arktis sich verändert.

Insgesamt 25 Vertreter aus Politik und Wissenschaft trafen sich nun in Kiel, um das weitere Vorgehen und zukünftige gemeinsame Projekte zu besprechen. Die deutsch-russische Fachvereinbarung „Polar- und Meeresforschung“ wurde 1995 unterzeichnet. Seitdem hat sich die gemeinsame Forschungsarbeit äußerst erfolgreich entwickelt. Ziel ist eine enge Kooperation mit Russland in der Schlüsselregion arktischer Raum.

Im Rahmen der Vereinbarung werden zurzeit fünf Forschungsprojekte mit Schwerpunkten unter anderem in der sibirischen Arktis und im Kurilen-Kamtschatka-Graben im Pazifik durchgeführt. Aus der Vielzahl erfolgreicher Kooperationsprojekte im Bereich Meeres- und Polarforschung ist das 1999 gegründete deutsch-russische Otto-Schmidt-Labor (OSL) in St. Petersburg mit einem Stipendienprogramm zur Förderung von russischen Nachwuchswissenschaftlern hervorzuheben. Das Bundesforschungsministerium hat das laufende Stipendien-Projekt vor wenigen Tagen für ein weiteres Jahr verlängert. Die Finanzierung des OSL erfolgt auf deutscher Seite durch das Bundesforschungsministerium, das Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung und das GEOMAR.

„Der arktische Raum ist zu wichtig für den gesamten Planeten, um ihn wissenschaftlich zu vernachlässigen. Deutschland und Russland können sich hier gut ergänzen. Gleichzeitig tragen wir mit einem guten Verhältnis auf der wissenschaftlichen Arbeitsebene vielleicht etwas zur allgemeinen Entspannung bei“, drückt Dr. Kassens ihre Hoffnung auf eine fruchtbare Zukunft der bilateralen Forschung aus. Infos: www.geomar.de.

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