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Rubrik: Wissenschaft

Azoren: Forscher nehmen Schwarze Raucher ins Visier

Samstag, 23. Juli 2016, 11:25

Heiße Quellen in den Meeren gelten als möglicher Entstehungsort des Lebens auf der Erde. In über 400 Grad Celsius warmem Wasser tummeln sich Organismen in ewiger Dunkelheit – in einer scheinbar lebensfeindlichen Umwelt. Doch rund um diese Unterwasser-Schlote hat sich einzigartiges Leben angesiedelt, dessen Grundlage giftiger Schwefelwasserstoff ist

Schwarzer Rauch

Schwarzer Rauch am Mittelatlantischen Rücken in 2.980 Meter Wassertiefe, Foto: © MARUM − Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen

Bakterien, wie sie wahrscheinlich schon vor Jahrmillionen auf einer damals noch lebensfeindlichen Erde existierten, bilden die Nahrungsgrundlage für eine außerirdisch anmutende Tierwelt, die immer noch wenig erforscht ist. Genug Rätsel also, um hier weiter zu erkunden: Auf seiner Jubiläumsfahrt wird das Forschungsschiff „Meteor“, das seit 30 Jahren im Einsatz ist, nun diesen heißen Quellen vor der Inselgruppe der Azoren mit einem Tauchroboter nachspüren.

Wissenschaftler unter der Leitung des Geologen Christoph Beier von der Universität Erlangen-Nürnberg werden den Tauchroboter „Marum-Quest“ in die Unterwasservulkane aussenden. Dort soll das Gerät Messungen in den Kratern ausführen und Proben an Bord bringen. Die Messungen könnten auch zeigen, wie die Azoren entstanden sind.

Im Dienste der Wissenschaft ist das Forschungsschiff Meteor seit 30 Jahren auf den Weltmeeren unterwegs und ermöglicht es Forschern, das Klima, Meereslebewesen und Stoff- und Energieflüsse im Wasser sowie den Meeresboden zu untersuchen.

Die „Meteor“ wurde 1986 für die Grundlagenforschung in Dienst gestellt. Ihre Einsatzgebiete sind der Atlantik, der Ostpazifik, der Westindische Ozean, das Mittelmeer und die Ostsee. In 30 Jahren hat die Meteor 1,3 Millionen Seemeilen zurückgelegt und 9.800 Wissenschaftler beherbergt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat den Bau des Schiffs finanziert und ist dessen Eigentümer. Genutzt und betrieben wird die Meteor von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Das BMBF beteiligt sich mit 30 Prozent an den laufenden Kosten für den Betrieb des Schiffs. Heimathafen der „Meteor“ ist Hamburg.

„Meere und Ozeane haben eine enorme Bedeutung für die Zukunft unseres Planeten", so Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. „Damit Wissenschaftler international herausragende Meeresforschung betreiben können, sind sie auf eine moderne Forschungsinfrastruktur angewiesen. Deshalb erneuern wir kontinuierlich die deutsche Forschungsflotte." Die notwendigen Forschungsplattformen stellt das BMBF der deutschen Meeresforschung in Form einer modernen Forschungsflotte und hochspezialisierter Unterwasserfahrzeuge zur Verfügung.

Tauchroboter „Marum-Quest“Temperaturmessung

Die insgesamt 16 Schiffe des Bundes werden im Wissenschaftsjahr 2016/2017 auf der Website www.wissenschaftsjahr.de porträtiert. Unter dem Motto „Entdecken. Nutzen. Schützen" lädt das BMBF Bürger zu Open Ship-Events ein: Schiffsbegehungen bieten Einblicke in die „Meeresforschung aus erster Hand", Themen-Blogs informieren über Leben und Forschung an Bord der Schiffe.

Infos: https://www.bmbf.de.

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