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Rubrik: Wissenschaft

Bergung eines Grindwals in Schweden durch Wissenschaftler des Deutschen Meeresmuseums

Montag, 8. Mai 2017, 15:26

Wissenschaftler und Präparatoren des Deutschen Meeresmuseums haben am 5. Mai 2017 einen 5,28 m großen Langflossen-Grindwal (Globicephala melas) an der Küste der Insel Tjörn in Schweden geborgen. Das Tier war zuerst gestrandet und wurde lebend wieder ins Wasser geschoben. Am 1. Mai 201 strandete das Männchen dann tot im Kyrkesund

Grindwal

Der nördlich von Göteborg gestrandete Grindwal wird von Walforschern des Deutschen Meeresmuseums vermessen, seziert und anschließend nach Stralsund transportiert, Foto: © Robert Köhn/Deutsches Meeresmuseum)

Zeitgleich fand in Middelfart in Schweden vom 29. April bis 3. Mai 2017 die Konferenz der europäischen Walforscher (European Cetacean Society) statt, bei der Dr. Michael Dähne (Deutschland) und Dr. Carl Christian Kinze (Dänemark) einen Workshop zum Thema „Citizen Cetology“ – Walforschung durch interessierte Bürger – abhielten. Die Forscher aus Deutschland, Schweden, Polen, Dänemark, Finnland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich diskutierten darüber, wie man in der Zukunft innerhalb eines neuen Projektes besser zusammenarbeiten kann. Besonders Walsichtungen, aber auch Walstrandungen, sollen zukünftig im Kooperationsprojekt „Cetobase“ (Cetaceans of the Baltic Sea – Wale der Ostsee) gemeinsam erhoben werden, so dass alle Ostseeanrainer gemeinschaftlich für den Walschutz arbeiten können. Zu diesem Zeitpunkt lebte der Wal noch.

Schon zwei Tage später zeigte die Zusammenarbeit erste Früchte. Der Grindwal strandete und sofort wurde abgestimmt, ob und wie das Tier geborgen werden kann. Da die beiden schwedischen naturkundlichen Museen in Göteborg und Stockholm nur an Proben der Tiere interessiert waren, sollte das Deutsche Meeresmuseum das Skelett bekommen. Erstmals wurde so eine Walsektion im schwedischen Vallhamn von deutschen Wissenschaftlern durchgeführt. Die Kommune Tjörn, die lokale Firma VBOT und der Hafen in Vallhamn, aber auch die naturkundlichen Museen unterstützten die Wissenschaftler dabei, die notwendigen Genehmigungen zu erlangen. „Es sind manchmal die Zufälle, die dafür entscheidend sind, ob Tiere geborgen werden können. In diesem Fall haben wir schnell von der Strandung erfahren. Aber es ist immer ein Wettlauf mit der Zeit – gute Proben können nur dann genommen werden, wenn das Tier noch in gutem Erhaltungszustand ist.“, sagt Dr. Michael Dähne vom Deutschen Meeresmuseum.

Das Tier war leider bereits in fortgeschrittener Verwesung, so dass eine Beurteilung der Todesursache nicht mehr möglich war. Obwohl der Magen etwa halbvoll mit Fisch gefüllt war, war das Tier etwas abgemagert. Parasiten wurden nur in der Fettschicht, dem sogenannten Blubber, gefunden. Die Knochen wurden abgeborgen und am 6. Mai 2017 nach Stralsund verbracht. Der Grindwal wird sicherlich zukünftig viele spannende Geschichten am Deutschen Meeresmuseum erzählen können. Die Geschichte seiner Bergung ist aber sicherlich ein fantastisches Beispiel für die enge Zusammenarbeit der europäischen Walforscher und für das Engagement vieler Menschen zur Erreichung eines gemeinsamen Zieles.

Infos: www.deutsches-meeresmuseum.de.

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