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Rubrik: Tauchmedizin

„boot": Unterschriftenaktion gegen ungesicherte Tauch-Notfallbehandlung in Deutschland

Sonntag, 22. Januar 2012, 07:55

Der Verband Deutscher Druckkammerzentren (VDD e.V.), die Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM e.V.) sowie die deutschen Tauchsport- und Versicherungsverbände machen mit Unterschriftenaktion auf fehlenden staatlichen Versorgungsauftrag und ungesicherte Finanzierung aufmerksam. Fehlende 24-Stunden-Notfallversorgung mit Hyperbarer Sauerstofftherapie (HBO) in nächstgelegenen Druckkammerzentren kostet Menschenleben

VDD

Der Verband Deutscher Druckkammerzentren (VDD) sammelt Unterschriften auf der "boot"

Ist es sicherer in fremden Gestaden zu tauchen, als in deutschen Baggerseen? Im Ernstfall schon, wenn eine Reiseversicherung besteht. Denn hierzulande ist eine optimale Notfallversorgung bei Tauchunfall keineswegs rund um die Uhr und auf kurzem Wege gewährleistet. Auch die Kostenfrage ist insbesondere für gesetzlich Versicherte unzureichend geregelt. Dies bremst den schnellen Einsatz der hoch wirksamen, als internationaler Standard anerkannten Hyperbaren Sauerstofftherapie, HBO, bei der Behandlung eines Tauchunfalls, der Dekompressionskrankheit (DCS), aber auch bei anderen Notfallindikationen für HBO (Rauchgasvergiftungen, Kohlenmonoxid)

Gegen diesen Leben gefährdenden Misstand mobilisieren der Verband Deutscher Druckkammerzentren (VDD e.V.), Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM e.V.) sowie die deutschen Tauchsport- und Versicherungsverbände VDST, IDA, aquamed und DAN Europe mit einer Unterschriftenaktion auf der „boot 2012" in Düsseldorf. Auch die DLRG hat sich der Aktion angeschlossen. Sie fordern eine gesicherte stationäre wie ambulante Notfallversorgung, die ebenso rasch erfolgen muss wie im benachbarten Ausland und auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird.

Fehlender staatlicher Versorgungsauftrag in der Notfallversorgung gefährdet das Leben von Unfallopfern. „Ein Tauchunfall muss in Deutschland wie alle anderen Sportunfälle entsprechend richtig behandelt werden", fordert Dr. med. Christian Heiden, Vorstand des VDD e.V. „Wir hatten im vergangenen Jahr Sterbefälle, weil keine betriebsbereite Druckkammer in Reichweite war." Denn im konkreten Notfall steht es um den Einsatz der HBO bei Tauchunfall und CO-Intoxikation sehr schlecht. Die Bewertung des G-BA gilt nur für eine stationäre Behandlung. Eine Kostenerstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen entfällt somit bei einer – oft schnelleren – und damit effektiveren – Behandlung durch das nächstgelegene Druckkammerzentrum ohne Klinikanbindung. Den Druckkammern entstehen bei der Notfallbehandlung erhebliche Kosten für Ärzte, medizinisches Fachpersonal und Technik.

„Allerdings ist die Kostenübernahme durch die Kassen selbst bei einer stationären Krankenhausbehandlung völlig ungeklärt. Notfälle passieren meist außerhalb der üblichen Arbeitszeit, doch auch für den Bereitschaftsdienst gibt es derzeit keine Lösung", so Heiden. „Die Verantwortung liegt bei den für die Sicherstellung der Notfallversorgung der Bevölkerung zuständigen Behörden."

Die Unterschriftenaktion findet an folgenden Ständen auf der „boot 2012" statt: Halle 3 Stand B53 VDST und an vielen anderen Ständen. Ihr Ergebnis wird im Anschluss an die Messe überreicht. Infos: www.vdd-hbo.de.

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