TauchJournal - abtauchen im netz
RSS-Feed TauchJournal aud Facebook
» News » Szene » Der „Ruf der Tiefe"
Sea Explorers

Rubrik: Szene

Der „Ruf der Tiefe"

Sonntag, 13. Februar 2011, 08:24

Geheimnisvolle Lebensformen, unberechenbare Naturgefahren, aber auch die Hoffnung auf unermessliche Rohstoffvorkommen haben das Interesse an der letzten unbekannten Region auf diesem Planeten, der Tiefsee, gesteigert. Unbekanntes bietet auch Raum für Phantasie und Spekulationen. Diesen Raum haben die Autoren Katja Brandis und Hans-Peter Ziemek in ihrem kürzlich veröffentlichten Jugendroman „Ruf der Tiefe" für eine spannende Geschichte über die geheimnisvolle Welt unter Wasser genutzt

Die Autoren Katja Brandis und Hans-Peter Ziemek stellten am IFM-GEOMAR das Buch "Ruf der Tiefe" vor, Foto: J. Steffen, IFM-GEOMAR

Wissenschaftler des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) und des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft" haben die Autoren ausführlich beraten, um der Science-Fiction-Handlung eine möglichst realitätsnahe wissenschaftliche Basis zu geben.

Selten hat die Tiefsee so viel Aufmerksamkeit erregt wie im vergangenen Jahr. Das Unglück der Ölbohrplattform „Deepwater Horizon" und die beispiellose Volkszählung der Meere „Census of Marine Life" rückten diesen stillen, lichtlosen und dennoch vor Leben wimmelnden Teil der Erde in den Fokus der Öffentlichkeit. Trotzdem ist und bleibt die Tiefsee der geheimnisvollste Ort unseres Planeten. Das könnte sich in den nächsten Jahren ändern, wenn die Meeresforscher Wege finden, um Licht ins Dunkel zu bringen. In ihrem Roman „Ruf der Tiefe", der Ende Januar erschienen ist, entwerfen die Autorin Katja Brandis und der Biologe Hans-Peter Ziemek eine beeindruckend reale Vision dieser Zukunft, in der Taucher Flüssigkeit atmen, sich in 1000 Metern Tiefe frei bewegen können und die Energiequellen der Ozeane als Hoffnungsträger gelten.

Im Mittelpunkt der Handlung steht der 16-jährige Leon, eben einer dieser Flüssigkeitstaucher. Zusammen mit einem zahmen Kraken namens Lucy sucht er am Meeresgrund nach Manganknollen. Doch dann bahnt sich etwas Schreckliches an, das nicht nur die Lebewesen des Ozeans, sondern auch die Menschen an Land in Panik verfallen lässt. Beherzt fahndet Leon nach der Ursache und stößt gemeinsam mit Carima, einer jungen Touristin, auf ein ungeheuerliches Experiment …

Die Autoren verknüpfen in ihrem Roman Fiktion geschickt mit wissenschaftlichen Fakten: Sauerstofffreie Todeszonen, die Arbeit mit intelligenten Meerestieren und Flüssigkeitstauchen sind nur drei von vielen aktuellen Themen der Forschung, die als Teil der Geschichte einen faszinierenden wie aufrüttelnden Einblick in die Zukunft der Tiefsee liefern. Dafür haben die Autoren sich ausführlich bei Forschern verschiedener Fachrichtungen des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) und des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft" informiert. Einige erscheinen sogar als Figuren in der Handlung dieser spannenden Jugend-Science-Fiction, wie z.B. Prof. Colin Devey, der stellvertretende Direktor des IFM-GEOMAR. „Forschung in der Tiefsee ist immer noch eine aufregende Sache und lässt nach wie vor viel Raum für Spekulationen", sagt Prof. Colin Devey. „Sicher geht die Handlung von ‚Ruf der Tiefe' über unser heutiges Verständnis und Vorstellungsvermögen hinaus", so Devey weiter. „aber mit einer spannenden Story wollen wir gerade Jugendliche für die Meeresforschung begeistern." Und IFM-GEOMAR Direktor Prof. Peter Herzig ergänzt: „Deshalb haben wir auch gerne an diesem Projekt mitgewirkt. Junge Leute mit Interesse, Neugier und natürlich guten naturwissenschaftlichen Kenntnissen werden immer gebraucht. Vielleicht schaffen wir es auf diesem Wege, solche jungen Menschen für die Meersforschung zu motivieren."

Katja Brandis / Hans-Peter Ziemek: Ruf der Tiefe. Roman, 416 Seiten, EUR 16,95, ISBN 978-3-407-81082-3.

Schlagwörter: , ,

Kurzlink:


TauchJournal-News per Mail abonnieren

RSS-Feed abonnieren RSS-Feed

Diesen Artikel weiterempfehlen:

ANZEIGE Mares

Klimawandel bedroht die schönsten Plätze der Erde

Sonntag, 19. November 2017, 10:18

Laut eines von der Weltnaturschutzunion IUCN auf der UN-Weltklimakonferenz in Bonn, Deutschland, veröffentlichten Berichts ist die Anzahl der vom Klimawandel bedrohten Weltnaturerbestätten in nur drei Jahren von 35 auf 62 gestiegen, wobei Klimawandel die am schnellsten wachsende Bedrohung ist Der Bericht „IUCN World Heritage Outlook 2“ – der Nachfolgebericht des „IUCN World Heritage Outlook von 2014“ – bewertet zum ersten Mal, inwiefern sich die Aussichten für die Erhaltung aller 241...

... mehr »

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.