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Rubrik: Wissenschaft

Deutsch-saudi-arabisches Meeresforschungsprogramm

Samstag, 29. Mai 2010, 10:09

Die Meeresforscher des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel werden in Zukunft stärker mit Kollegen King Abdulaziz University (KAU) in Jeddah, Saudi-Arabien zusammenarbeiten. Der Vertrag über das „Jeddah Transect Project" mit einem Volumen von 6.4 Millionen Euro wurde am 26. Mai in Jeddah unterzeichnet. Das Projekt umfasst gemeinsame biologische, geologische, geophysikalische Studien von der Küste bis zur zwei Kilometer tiefen „Grabenachse" des Roten Meeres

Peter Herzig und Abdulrahman Obaid Alyoubi

Prof. Dr. Peter Herzig, Direktor IFM-GEOMAR, und Prof. Dr. Abdulrahman Obaid Alyoubi, Vice President for Educational Affairs, King Abdulaziz University, Foto: M. Dengler, IFM-GEOMAR.

Das Rote Meer ist für Meeresforscher eine weltweit einzigartige Region. Das bis zu 360 Kilometer breite und etwa 2240 Kilometer lange Randmeer ist ein neu entstehender Ozean, in dem die gleichen Bedingungen herrschen wie vor vielen Millionen Jahren im sich öffnenden Atlantik. Gesäumt von artenreichen Korallenriffen stellt der mehr als 200 Meter tiefe Grabenbruch auch ein einzigartiges Biotop dar. Für ausländische Forscher war es bislang aber oft schwierig, dort zu forschen. Mit der nun getroffenen Kooperation, dem sogenannten „Jeddah Transect Project", zwischen dem Leibniz-Institut für Meereswissenschaften und der King Abdulaziz University (KAU) in Jeddah, Saudi Arabien, erhalten die Kieler Forscher die Möglichkeit umfangreiche Forschungsarbeiten im Roten Meer durchzuführen.

Das Projekt wird multidisziplinäre meereswissenschaftliche Untersuchungen im Roten Meer vor der Küste der saudischen Hafenstadt Jeddah durchführen. Es hat eine Gesamtlaufzeit von neun Jahren unterteilt in drei Phasen. Im Rahmen von vier Teilprojekten werden IFM-GEOMAR und KAU ab Sommer 2010 gemeinsam biologische, geologische, geophysikalische Studien von der Küste bis zur zwei Kilometer tiefen „Grabenachse" des Roten Meeres durchführen. Das „Jeddah Transect Project" spannt einen Bogen von Untersuchungen zum Küstenschutz, zur Ökologie von Lebensgemeinschaften von Korallen und Fischen, zur Freisetzung von Gas und Fluiden an submarinen Hängen bis zu Untersuchung der tiefen Becken im Zentrum des Roten Meeres in denen erzhaltige Lösungen riesige Lagerstätten bilden.

Die King Abdulaziz University fördert das Projekt in der ersten Phase mit einer Summe von 6,4 Mio. Euro, das IFM-GEOMAR bringt neben wissenschaftlicher Expertise seine technisch-logistische Unterstützung in die Partnerschaft ein und wird sich in der Ausbildung von saudischen Studenten und Postgraduierten vor Ort engagieren. Die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) ist Partner für die administrative Abwicklung des Projektes in Saudi Arabien. Projektleiter Dr. Warner Brückmann vom IFM-GEOMAR zeigte sich erleichtert über den erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen mit den saudischen Partnern: „Nach mehr als zwei Jahren am Verhandlungstisch freue ich mich auf die ersten gemeinsamen Expeditionen im kommenden Januar, die wir jetzt gemeinsam mit unseren Partnern in Jeddah vorbereiten.“

„Die Kooperation mit der King Abdulaziz University in Jeddah eröffnet uns die Möglichkeit, endlich erste Forschungsprojekte mit moderner Ausrüstung im Roten Meer durchzuführen", erklärte IFM-GEOMAR Direktor Prof. Dr. Peter Herzig anlässlich der Vertragsunterzeichnung in Jeddah. „Neben der erheblichen finanziellen Unterstützung durch unsere saudi-arabischen Partner erstreckt sich die Kooperation auch auf die Erteilung der Arbeitsgenehmigungen für deutsche Forschungsschiffe in den saudi-arabischen Hoheitsgewässern", so Herzig weiter. Er sei guter Hoffnung, dass dem nun verabschiedeten Projekt mit einem Volumen von mehr als 6 Mio. Euro zwei weitere in jeweils etwa gleicher Größenordnung folgen werden. Infos: www.ifm-geomar.de.

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