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Rubrik: Biologie

Die Straße von Gibraltar ist kein Hindernis für Aale

Dienstag, 12. April 2016, 09:42

Ein Forscherteam unter Beteiligung der Technical University of Denmark (DTU) hat in einer Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift Nature Scientific Reports erschienen ist, nachgewiesen, dass auch die Aale aus dem Mittelmeer Ihren Beitrag zum Erhalt der europäischen Aalpopulation leisten

Europäischer Aal,

Europäischer Aal, Foto: © Dmitriy Konstantinov (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Die Wissenschaftler haben Aale in Südfrankreich am Mittelmeer markiert und deren Wanderungswege bis in den Atlantik verfolgen können. Möglicherweise ziehen die Tiere wie die übrigen europäischen Aale von dort aus weiter in die Sargassosee, um dort zu laichen.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass auch die Mittelmeerländer eine wichtige Rolle dabei spielen, den europäischen Aal zu schützen. Es wurde bisher darüber spekuliert, ob die Aale im Mittelmeer überhaupt ihren Weg in den Atlantik finden können, und damit, ob der Mittelmeer-Aal wichtig für den Fortbestand der europäischen Aale ist oder ob wir die Mittelmeer-Aale einfach bedenkenlos essen könnten. Nun, das sollten wir offensichtlich nicht," so Kim Aarestrup von der DTU, einer der Autoren der aktuellen Studie.

Acht Aale mit Satellitensendern ausgestattet
Das Forschungsteam hat für die Studie acht Blankaale in Südfrankreich mit kleinen Satellitensendern versehen, die entlang der Route der Aale Helligkeit, Tiefe und Temperatur aufgezeichnet haben. Die Daten wurden per Satellit an die Wissenschaftler gesendet. Sechs Monate später lösten sich die Sender von den Tieren und wurden an der Wasseroberfläche eingesammelt.

Sender

Der Sender mit dem die Aale markiert wurden, Foto: © Kim Aarestrup

Fünf der Aale wurden offenbar von Raubtieren im Mittelmeer gefressen. Anhand der Daten der Sender können die Forscher sogar erkennen, wer oder was die Aale gefressen haben könnte, zum Beispiel wenn ein Aal tagsüber nahe der Wasseroberfläche geortet wird und der Sender keinerlei Licht misst. Dann befindet sich der Aal höchstwahrscheinlich im Magen eines Räubers.

Auf Grundlage der Temperatur- und Tiefenmessungen schätzt Kim Aarestrup, dass vier Aale von Meeressäugern gefressen wurden, also Wale oder Robben. Der fünfte Aal fiel wohl einem Roten Thunfisch zum Opfer. Wie die Forscher so präzise auf eine Fischart kommen? Ganz einfach: Die aufgezeichneten Senderdaten legen diesen Schluss nahe, da Meeressäuger nicht so lange tauchen und da Rote Thunfische eine relativ hohe Körpertemperatur haben, die sonst keine weiteren im Mittelmeer lebenden Fische aufweisen.

Tief unter der Strömung hindurch
Am Ende der sechs Monate, die die Studie dauerte, konnten die drei verbliebenen Aale folgendermaßen geortet werden: Einer befand sich noch im Mittelmeer, 719 km vom ursprünglichen Markierungsort entfernt. Die übrigen zwei Aale waren im Atlantik, 2000 km Markierungsort und müssen durch die Straße von Gibraltar geschwommen sein.

„Zum ersten Mal konnten wir zeigen, dass Aale aus dem Mittelmeer durch die Straße von Gibraltar wandern können. Um gegen die zeitweise starke Strömung anzuschwimmen, ändern die Aale ihr Schwimmmuster und bewegen sich in Bodenenähe, vermeiden die Strömung. Im Atlantik verzeichneten die Sender wieder das übliche Schwimmmuster", so Kim Aarestrup.

Infos: www.dtu.dk.

Link zur Studie: www.nature.com/articles/srep21817.

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