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Rubrik: Wissenschaft

Ein „Seehund" für die Tiefsee

Sonntag, 19. September 2010, 17:49

Die Flotte der Tauchroboter des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) wächst: Der Kaufvertrag für den mittelgroßen ferngesteuerten ROV (Remotely Operated Vehicle) ist abgeschlossen. Noch vor dem Jahresende wird das Fahrzeug ausgeliefert, das beim Aufbau und bei der Wartung des modularen multidisziplinären Meeresboden-Observatoriums „MoLab" hilft. Damit wird das IFM-GEOMAR neben dem autonomen Unterwasserfahrzeug „ABYSS" und dem „ROV KIEL 6000" über ein drittes modernes Arbeitsgerät für die Tiefseeforschung verfügen

ROV

Ein ROV vom Typ "Comanche", Foto: Sub-Atlantic

Der Untergang der Bohrplattform „Deepwater Horizon" und die monatelangen Arbeiten an den zerstörten Leitungen haben in eindrucksvoller Weise gezeigt, wie unverzichtbar Unterwasserroboter heutzutage für Arbeiten in der Tiefsee sind. Auch die Meeresforscher haben den Vorteil solcher High-Tech Geräte erkannt und setzen für die Erkundung und Probennahme zunehmend Tauchroboter ein. Das Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) verfügt bereits über den ferngesteuerten Tiefseeroboter „ROV KIEL 6000" sowie über das autonom operierende Unterwasserfahrzeug (AUV) „ABYSS". Nun soll ein dritter, ferngesteuerter Tauchroboter hinzukommen, der auf den Namen „PHOCA" (Seehund) hört. Mit dem Gerät sollen ab 2011 vornehmlich Installationsarbeiten für das Unterwasserobservatorium MoLab durchgeführt werden.

„‚PHOCA' ist ein mittelgroßer Tauchroboter mit einem Gewicht von 1,5 Tonnen, der in Wassertiefen von bis zu 3000 Meter einsetzbar ist", erläutert der Leiter des „MoLab"-Projekts, Dr. Olaf Pfannkuche. „Wir haben uns für eine Gerät vom Typ ‚Comanche' der britischen Firma Sub-Atlantic entschieden, da wir hier wichtige Synergieeffekte mit unserem großen Roboter ‚ROV KIEL 6000' sehen“ so Pfannkuche weiter. So werden zum Beispiel die Winden zusammen mit den Versorgungskabeln beider ROVs austauschbar sein. Auch die Greifarme des neuen Tauchroboters sind vom gleichen Typ wie im „KIEL 6000", sodass der Aufwand für Training und Wartung vermindert werden kann. Ein wesentlicher Vorteil von „PHOCA" ist, dass er auch von den mittelgroßen Schiffen des IFM-GEOMAR, der „POSEIDON" und der „ALKOR" aus einsetzbar sein wird und damit eine Lücke im Portfolio des IFM-GEOMAR schließt.

„Wir freuen uns über diesen Zuwachs", sagt Dr. Friedrich Abegg, Leiter des ROV-Teams am IFM-GEOMAR. „‚PHOCA' bringt uns technisch einen ganzen Schritt weiter und macht uns deutlich flexibler." Nachdem die vertraglichen Details geklärt sind, wird mit der Lieferung des neuen ROV „PHOCA" noch vor Jahresende gerechnet. Die Gesamtinvestition für das Gerät liegt bei einschließlich Winden und Kabel etwa 1,2 Mio. Euro. Infos: www.ifm-geomar.de.

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