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Rubrik: Wissenschaft

Eine neue Datenbank zum Schutz der Korallenriffe

Dienstag, 12. April 2016, 12:16

Die Korallenriffe weltweit sind stärker bedroht als jemals zuvor. Jetzt haben Forscher eine interaktive, globale Datenbank ins Netz gestellt, die es Wissenschaftlern, Naturparkmanagern und Interessierten ermöglichen soll, Korallenriffen in ihrem Überlebenskampf schneller und gezielter zu helfen

Korallenriff

Korallenriff, Foto: © Parks Victoria

In einem kürzlich veröffentlichten Aufsatz in der Zeitschrift Scientific Data haben Andrew Baird und Sean Connolly vom ARC Centre of Excellence für Coral Reef Studies (Coral CoE) die Datenbank vorgestellt.

„Die Datenbank ist die erste ihrer Art. Sie wird Wissenschaftlern erlauben viele bedeutende, ungelöste Fragen zu beantworten – und dies viel schneller als bisher", so Baird.

„Kennzahlen und Fakten sind von grundlegender Bedeutung für die meisten Aspekte der Ökologie und der Evolution der Organismen", so Baird weiter. „Zum Beispiel ist das Great Barrier Riff jetzt von der der die größten Korallenbleiche in der Geschichte betroffen, und die Datenbank könnte den Wissenschaftlern erklären, warum einige Arten anfälliger sind als andere."

Joshua Madin vom Genes to Geoscience Research Centre (Macquarie University), der das Team leitete, das die Datenbank entwickelt hat, fügt hinzu: „In der Tat gibt es kaum Fragen, die man die Datenbank nicht fragen kann: Die Zahl der Anwendungen sind außergewöhnlich, aber die Fortschritte in diesen Bereichen wurden durch einen Mangel an leicht zugänglichen Daten behindert. "

Korallenriff

Korallenriff, Foto: © Parks Victoria

Baird, Madin und ihre Kollegen haben in den letzten Jahren Tausende von Stunden damit verbracht, die Datenbank zu kompilieren. Sie durchforstete Zeitschriften veröffentlichte Aufsätze, Tabellen, die in Büchern abgedruckt sind und prüften andere, rund um den Globus verstreute Ressourcen. Jetzt verspricht die Coral Trait Datenbank in allen Bereichen der Korallenriff-Studien viel Zeit, Geld und Mühe zu sparen.

„Viele dieser Daten waren nicht leicht zugänglich, und es war bei einigen Daten teuer, sie zu beschaffen", so Sean Connolly. „Viele Inhalte der Datenbank standen bisher nur einer ‚Elite' zur Verfügung. Die Existenz dieses Werkzeug bedeutet auch, dass die Korallenriff-Forschungsgemeinschaft jetzt redundante Forschungsanstrengungen vermeiden kann."

Korallenriffe sind eine der vielfältigsten und wertvollsten Ökosysteme auf dem Planeten. Weltweit sind schätzungsweise 275 Millionen Menschen direkt auf die Korallenriffe angewiesen: zur Nahrungsbeschaffung, als Schutz vor Wellen und Stürmen und zur Sicherung des Einkommens. Sie sind auch von entscheidender Bedeutung bei der Bereitstellung von Schutz und Lebensraum für gesunde Fischbestände. Doch in den letzten 20 Jahren hat sich der Korallenbewuchs in einigen Gegenden um 95 Prozent verringert. Aktuell leiden Korallenriffe weltweit unter der Klimawandel und El Niño: Eine globale Massenbleiche nie dagewesenen Ausmaßes ist die Folge.

„Korallenriffe verändern sich sehr schnell, und es ist unwahrscheinlich, dass sich dieser Prozess verlangsamt „, so Madin. „Wenn wir diese Veränderungen nicht verstehen, können wir diese artenreiche Ökosysteme nicht schützen. Wir müssen die Wissenschaft beschleunigen und kreativ darüber nachdenken, wie das zu tun ist. Die Datenbank soll die Wissenschaftler weltweit unterstützen und ihnen schnell benötigte Daten kostenlos zur Verfügung stellen."

Infos: www.coralcoe.org.au.

Link zur Datenbank: https://coraltraits.org/.

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