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Rubrik: Umwelt

EU stoppt Thunfischfang im Mittelmeer vorzeitig

Samstag, 12. Juni 2010, 07:59

Die Fangsaison für den im Mittelmeer vom Aussterben bedrohten Roten Thunfisch ist in diesem Jahr vorzeitig beendet. Weil die industriellen Fangflotten der EU ihre jährlichen Quoten bereits nach der Hälfte der vierwöchigen Saison erfüllt hatten, stoppte die zuständige EU-Kommissarin Maria Damanaki gestern die Ringwadenfischerei auf Roten Thun. Der WWF begrüßt diese Maßnahme, fordert aber ein generelles Verbot der Ringwadenfischerei auf Roten Thunfisch im Mittelmeer auch für die Zukunft

Thunfischfang vor der spanischen Küste

Thunfischfang vor der spanischen Küste, © Jorge BARTOLOME/WWF

„Dass die EU Flotte in zwei Wochen ihre gesamte Jahresquote an Rotem Tun ausfischt, ist kein Zeichen für eine Erholung der Bestände – sondern zeigt die immense Überkapazität in dieser Fischerei", sagt Karoline Schacht, Fischereiexpertin des WWF. „Der Einsatz von Ringwadenschiffen in dieser Fischerei ist weder angemessen noch nachhaltig – und ökologisch untragbar".

Die französische Ringwadenflotte hatte am 8 Juni bereits 1.456 Tonnen, d.h. 86 Prozent ihrer jährlichen Quote gefangen, die spanische Flotte bereits 90 Prozent bzw. 728 Tonnen Thunfisch. „Dass diese High-Tech-Schiffe für 50 Wochen an der Hafenmauer festliegen, ist absurd. Dass sie überhaupt zum Fischen fahren können, liegt nur an den riesigen Subventionen, die die EU ihnen gewährt hat", so Schacht weiter.

Der WWF hat in der Vergangenheit wiederholt einen Fangstopp im Mittelmeer gefordert. Die Bestände waren hier in den letzten 50 Jahren um 75% eingebrochen, die fortpflanzungsfähige Population gilt als akut gefährdet.Infos: www.wwf.de.

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