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Rubrik: Biologie

Faszination Mondfische

Dienstag, 1. September 2015, 08:17

Die schwimmenden Köpfe der Meere sind einzigartig. Ihr wissenschaftlicher Name Molidae leitet sich vom lateinischen „mola" ab, was Mühlstein bedeutet. Der Name beschreibt die Form besser als der deutschsprachige Name „Mondfisch" oder das englische „sunfish"

Mondfisch, Foto: © Per Ola Norman/Archiv Taucher.Net

Mondfisch, Foto: © Per Ola Norman/Archiv Taucher.Net

Einen Mondfisch zu sehen ist ein besonderes Erlebnis. Es scheint ein riesiger Kopf mit je einer Flosse oben und unten durch das Wasser zu schwimmen. Der schuppenlose Körper ist in eine mehrere Zentimeter dicke, ledrige Haut gehüllt. Das Innere besteht aus einer gallertartigen Masse und Knorpeln statt Knochen (Gräten). Trotzdem ist er ein Knochenfisch.

Da die Schwimmblase fehlt, „tariert" ein Mondfisch durch sein Körpergewebe. Es hat eine Dichte von 1,03 g/cm3, was genau der Dichte von Meereswasser entspricht. Das hat den großen Vorteil, dass diese Masse im Gegensatz zur Luft in der Schwimmblase mit zunehmender Tiefe nicht komprimiert wird und an Auftrieb verliert.

Dreifacher Weltmeister?
2,3 Tonnen Lebendgewicht: Kein anderer Knochenfisch bringt mehr auf die Waage, und das ist der erste Weltrekord, der ihn ins Guinness Buch der Rekorde brachte. Ein Weibchen stößt pro Laichvorgang mindesten 300 Millionen Eier aus. Dennoch wimmeln unsere Meere nicht vor Mondfischen, weil die meisten Eier und Larven im Magen von anderen Fischen landen. Ein weiterer Rekord dürften Wachstum und Gewichtszunahme sein: Die 0,25 cm kleinen Larven wachsen zu meterlangen großen Fischen heran. In Gefangenschaft schaffte ein kleiner Mondfisch in nur 15 Monaten eine Gewichtszunahme um 373 kg. Was 0,82 kg/Tag bedeutet.

Forschung
Da sie nicht von kommerziellem Interesse sind, gab und gibt es für Forschung kaum Geld. Vieles blieb lange im Dunkeln. So zeigte sich, dass die scheinbar tollpatschige Fortbewegung sehr effektiv ist. Die beiden großen Flossen oben und unten am „Kopf" scheinen sich hektisch und viel zu schnell zu bewegen. Doch Versuche im Strömungskanal zeigten, dass diese Fortbewegungsart effizienter ist als man dachte. Mondfische unternehmen ausgedehnte Wanderungen durch die Weltmeere, das zeigten mit GPS-Sendern markierte Exemplare: 2.000 Kilometer in drei Monaten sind keine Seltenheit.

Parasiten
Mondfische trieben manchmal flach an der Meeresoberfläche und scheinen sich dabei zu sonnen. Was sie dabei wirklich tun ist unklar. Vielleicht sollen das Sonnenlicht und die UV-Strahlung Parasiten vertreiben. Denn Parasiten, die sie peinigen, haben Mondfische mehr als genug. Da es im offenen Meer keine Putzerstationen gibt, wo sie sich von den Plagegeistern erleichtern lassen könnten, springen Molidae manchmal mit großem Schwung aus dem Wasser und lassen sich wie Wale flach auf die Meeresoberfläche platschen um so die Parasiten zu entfernen.

Infos Mondfische

  • Englisch: Sunfisch
  • Familie: Molidae
  • Arten: 3
  • Bekanntester Vertreter: Mola mola
  • Größe: bis über 3 Meter hoch und fast ebenso lang
  • Gewicht: bis über 2 Tonnen
  • Lebensraum: Hochseebewohner, der auch mal an der Küste vorbeischaut
  • Verbreitung: weltweit in warmen Meeren

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