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Rubrik: Biologie

Forscher filmen riesigen Schwarm von Tiefseekrabben

Donnerstag, 14. April 2016, 09:32

Ein Forscherteam hat am Tiefseeberg Hannibal Bank vor der Pazifikküste von Panama in sauerstoffarmen Gewässern ein einzigartiges Schauspiel gefilmt: Tausende von Tiefseekrabben, die dichtgedrängt, ähnlich einem Insektenschwarm über den Meeresboden krabbeln

Tauchboot "Rover 2"

Blick auf das Tauchboot „Rover 2" beim Abtauchen, Foto: © Jesús Pineda, Woods Hole Oceanographic Institution

Jesús Pineda, Biologe am Woods Hole Oceanographic Institute (WHOI) und Chef-Wissenschaftler der Forschungsfahrt, beschreibt die Begegnung als unerwartet und hypnotisierend. Die Forscher haben ihre Beobachtungen kürzlich in einem Aufsatz in der Zeitschrift Peerj veröffentlicht.

Das Forscherteam arbeitete an Bord der „M/V Alucia“. Sie nahmen das Video des Krabbenschwarms während eines Tauchgangs mit dem bemannten Tauchboot „Rover 2“ im April 2015 auf.

„Als wir mit dem U-Boot abtauchten, beobachteten wir, dass das Wasser in Grundnähe trüber wurde," so Pineda, Hauptautor des Aufsatzes. „Es gab diese trübe Schicht, und man konnte nicht hindurchsehen. Wir sahen nur diese Wolke, hatten aber keine Ahnung, was sie verursachte."

Das große Krabbeln
„Als wir langsam tiefer, in die Nähe des Meeresbodens kamen, sahen wir es. Zuerst dachten wir, das es sich um biogene Felsen oder Strukturen handelte. Als wir aber sahen, dass sich das Ganze bewegte, konnten wir es nicht glauben", so so Pineda weiter.

Die Krabben wurden später mittels DNA-Sequenzierung als Pleuroncodes planipes identifiziert, eine Art die in der Baja California und in den Gewässern vor der Westküste der Baja California, im Golf von Kalifornien, und vor Kalifornien häufig vorkommt. Die Videoaufnahmen von Unterwasserberg vor Panama dokumentieren das südlichste Verbreitungsgebiet dieser Tiefseekrabben-Art.

ROVKrabbenkolonieHannibal Bank Seamount

Die große Ansammlung der Schwärme der roten Krabben wurde entlang der Nordwestflanke des Hannibal Bank Unterwasserberges in einer Tiefe von 355 bis 385 Meter in einem sauerstoffarmen Bereich beobachtet. „Diese Krabben wurden bisher nicht bei ähnlich niedrigen Sauerstoffbedingungen beobachtet", so Pineda. „Es könnte sein, dass die Krabben in diesen Gewässern mit niedrigem Sauerstoffgehalt eine Zuflucht vor Räubern finden."

Infos: www.whoi.edu.

Link zur Studie: https://peerj.com/articles/1770/.

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