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Rubrik: Umwelt

Giftwrack schädigt Mensch und Wal

Donnerstag, 29. Oktober 2009, 15:25

Tonnen von Giftmüll, die nach der Havarie eines türkischen Frachters im August vor Madagaskar ausgetreten sind, haben ein Walsterben und weitreichende Schäden für die Bevölkerung und Umwelt verursacht

Havarie der "Gulser Ana" an Madagaskars Küste, © WWF

Havarie der "Gulser Ana" an Madagaskars Küste, © WWF

Laut eines aktuellen WWF-Reports gleichen einige Strandabschnitte regelrechten Todeszonen. Allein im Monat September strandeten neun Wale an der Küste, an der normalerweise drei tote Wale im Jahr verzeichnet werden. Die Einwohner der Region leiden unter Atemwegserkrankungen, Durchfall und Hautkrankheiten.

39.000 Tonnen Phosphat, 568 Tonnen Öl, 66 Tonnen Diesel und 8000 Liter Schmierstoffe sind aus dem Wrack des verunglückten türkischen Frachter „Gulser Ana" ins Meer geflossen. Der Unfall ereignete sich zur Wurfzeit in einem Meereskorridor der zur Kinderstube der Buckelwale führt, da die bedrohten Meeressäuger vor der Insel La Reunion ihre Jungen zur Welt zu bringen. „Wie Menschen auch leiden die Wale jetzt unter Atemwegsproblemen, die von Dieselausdünstungen verursacht werden. Wenn sie durch einen giftigen Ölteppich auftauchen, um Luft zu holen, führt die Verstopfung der Atemwege oft zum Tod der Wale“sagt Stephan Lutter, WWF Experte für Meeresschutz.

Die Schäden für Bevölkerung und Tierwelt in der gesamten Küstenregion Faux Cap sind nach WWF Einschätzung besorgniserregend und beeinträchtigen das Ökosystem vermutlich langfristig. Zunehmende Eutrophierung und Veränderungen in der Nahrungskette, lassen sich bereits feststellen. „Der aus dem Wrack ausgetretende Phosphor wirkt wie Dünger, führt zu einem Algen-Boom und entzieht den betroffenen Gewässern Sauerstoff. Als Resultat könnten einige Fischarten und Mollusken verschwinden" so Stephan Lutter. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung, denn 25 bis 40 Prozent der Menschen in der Region erwirtschaften ihren Lebensunterhalt durch Fischerei und leiden bereits jetzt unter einem dreimonatigen Fischereiverbot. Infos: www.wwf.de.

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