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Rubrik: Biologie

GRD: Schweinswal-Sichtungen bitte melden!

Freitag, 11. März 2016, 09:39

Wie bereits in den vergangen Jahren, bittet die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) auch 2016 wieder darum, gesichtete Schweinswale an der deutschen Nordseeküste und in deutschen Flüssen zu melden

Schweinswalmutter mit Kalb

Schweinswalmutter mit Kalb, Foto: Sven Koschinski/www.fjord-baelt.dk

Bereits am 14. Februar 2016 wurde ein erster Schweinswal in der Elbe bei Hetlingen beobachtet, der Richtung Hamburg schwamm. Auch aus der Jade und der Weser liegen bereits Meldungen über Schweinswale vor.

Schweinswale gehören zu den kleinsten Walen der Welt und sind die einzige in deutschen Gewässern heimische Art. Die GRD-Biologin Denise Wenger hat 2007 das Schweinswal-Sichtungsprogramm für die Flüsse an der deutschen Nordseeküste ins Leben gerufen. „Durch die großartige Beteiligung der Bevölkerung an diesem Citizen-Science-Projekt konnte viel Neues über die Verbreitung der Schweinswale und ihr Verhalten in Erfahrung gebracht werden. Die neuen Erkenntnisse können nun dem Schutz der kleinen Wale dienen", so Wenger. Für das Projekt hat die Biologin 2014 den Yves Rocher-Umweltpreis erhalten – wir berichteten.

Die Auswertung der Sichtungsmeldungen der vergangenen Jahre ergab ein überraschendes Bild: Nach fast einhundertjähriger Abwesenheit ziehen die Schweinswale seit etwa einem Jahrzehnt wieder weit die Flüsse hoch und werden sogar in Bremen und Hamburg gesichtet. Im Hamburger Hafen konnten 2012 und 2013 die Kleinen Tümmler, wie die Schweinswale auch genannt werden, sogar in größeren Gruppen bei der Jagd auf Stinte beobachtet werden.

Schweinswale in der Elbe

Zwei Schweinswale schwimmen dicht am Elbufer gegenüber Finkenwerder, Foto: © Sophia Wenger

Die Wanderung dieser kleinen Fische aus der Nordsee zu ihren Laichplätzen in sandigen Süßwasserbereichen der Elbe hat die Schweinswale allem Anschein nach mit sich gezogen. Auch eine zweite wandernde Fischart, die seltene und geschützte Finte, steht im Verdacht, begehrte Beute in den Flüssen zu sein.

Nach den zahlreichen Sichtungen in Weser und Elbe im Jahr 2013 folgten warme Winter und die Stinte begannen ihren Laichzug bereits im Januar und Februar: viel früher als sonst. 2014 und 2015 wurden nur wenige Schweinswale in Elbe und Weser gesehen. Die Schlussfolgerung liegt nahe, dass sie so früh noch nicht an der Küste, sondern in Überwinterungsgebieten sind und Jagd auf andere Fischarten wie Hering machen.

In diesem Jahr sind die Stinte bereits Mitte Februar, also noch früher als im letzten Jahr, südlich von Hamburg in der Elbe angekommen. Jetzt bleibt abzuwarten, ob und wie viele Schweinswale dieses Jahr die Flüsse hochwandern, ob es also in diesem Jahr wieder eine „Frühjahrs-Schweinswalsaison" in Weser, Elbe und vor allem Hamburg geben wird, oder die Meeressäuger den Zug der Stinte erneut verpasst haben.

Denise Wenger

Denise Wenger beim Ausbringen eines CPOD-Klickdetektors in der Weser, Foto: © WSA-Bremerhaven, Station Klippkanne

Deshalb die bittet die GRD alle Anwohner der Nordseeküsten und Flüsse: Augen offen halten und jede Schweinswalsichtung melden, entweder direkt telefonisch oder über WhatsApp an: 0176-22208271 oder per Online-Sichtungsformular. Wichtig ist dabei, die Anzahl der Tiere, das Datum, die genaue Uhrzeit und den genauen Ort der Beobachtung zu notieren.

Fotos von den kleinen Walen, die leider meist nur kurz zu sehen sind, sind sehr willkommen, aber auch hier gelten die Regeln für sanftes Beobachten der Meeressäuger: Die Tiere sollten nicht gehetzt, verfolgt oder berührt werden.

Bei Totfunden sind genaue Beschreibung des Fundorts und Größenangabe der Tiere sehr wichtig, ebenso, ob irgendwelche Auffälligkeiten oder Verletzungen zu erkennen sind. Am hilfreichsten sind in solchen Fällen Fotos der Tiere, denn so können eventuell Rückschlüsse auf die Todesursache gezogen werden. Infos: www.delphinschutz.org.

Zum Sichtungsformular: https://www.delphinschutz.org/projekte/schweinswale/schweinswal-sichtung-melden/sichtungen/schweinswal-sichtungs-formular.

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