TauchJournal - abtauchen im netz
RSS-Feed TauchJournal aud Facebook
» News » Umwelt » Greenpeace Aktionstage im Ozeaneum: Verschmutzung aus der Tube
Sea Explorers

Rubrik: Umwelt

Greenpeace Aktionstage im Ozeaneum: Verschmutzung aus der Tube

Donnerstag, 4. August 2016, 09:35

Winzig kleine Plastikteilchen aus Körperpflege- und Kosmetikprodukten sind ein großes Problem für die Meeresumwelt. Allein in Deutschland werden jährlich unter anderem rund 500 Tonnen Mikroplastik aus dem Kunststoff Polyethylen in Kosmetika eingesetzt. Dies entspricht der Ladung von ungefähr 50 vollen Müllwagen

Mikroplastik

Winzig kleine Plastikkügelchen, die aus deutschen Kosmetikprodukten gefiltert wurden. Mikroplastik wird beispielsweise als Schleifmittel in Peelings eingesetzt, Foto: © Fred Dott/ Greenpeace

Bei den Aktionstagen vom 8. bis 12. August 2016 im Ozeaneum informiert Greenpeace, wie die Plastikteilchen ins Meer gelangen und wie sie sich auf die Meeresbewohner auswirken. „Es darf nicht sein, dass wir beim Duschen tagtäglich die Meeresumwelt vergiften. Mikroplastikpartikel müssen in Verbrauchsgütern, allen voran in Körperpflege- und Kosmetikprodukten, verboten werden“, so Sandra Schöttner, Greenpeace-Meeresexpertin.

Giftiges Mikroplastik gelangt auch in Nahrungskette
Mikroplastik wird beispielsweise als Schleifmittel in Peelings oder als Bindemittel in Duschgels eingesetzt. Es ist zu klein, um von Kläranlagen gefiltert zu werden und gelangt über die Abwässer in die Flüsse und ins Meer. Die Plastikteilchen ziehen häufig Umweltschadstoffe wie giftiges DDT oder PCB aus dem Wasser an und werden von Meeresbewohnern wie Plankton, Muscheln, Garnelen und Fischen gefressen. So kann das mit Giften angereicherte Plastik auch in die Nahrung der Menschen gelangen.

Bei den Aktionstagen im Ozeaneum führen Ehrenamtliche von Greenpeace den Besuchern Mikroplastik in Alltagsprodukten vor. Es gibt Bastelaktionen für Kinder, Infotafeln, Broschüren und Unterschriftenlisten für den Schutz der Meere. Interessierte erfahren, wie sie Pflegeprodukte mit Mikroplastik erkennen können. Dabei hilft auch die Smartphone-App „Beat the Microbead“. Naturkosmetik oder Produkte mit dem „Zero Plastic Inside“-Label sind die sicherste Variante für eine Mikroplastik-freie Hautpflege.

Kosmetikindustrie hat Mikroplastik-Problem nicht im Griff
Eine Abfrage von Greenpeace bei den 30 führenden internationalen Kosmetikherstellern hat Mitte Juli 2016 ergeben, dass die Kosmetikindustrie beim freiwilligen Verzicht auf Mikroplastik in ihren Produkten versagt. Alle Unternehmen verfehlen den aus Greenpeace-Sicht akzeptablen Standard einer wirkungsvollen Selbstverpflichtung. So definiert jeder Hersteller selbst, was er unter Microbeads versteht, auf welche Produkte sich der Verzicht bezieht und in welchem Zeitrahmen er umgesetzt wird.

Termin der Aktionstage: Montag, 8. August bis Freitag, 12. August 2016, 10 bis 17 Uhr. Infos: www.deutsches-meeresmuseum.de.

Schlagwörter: , ,

Kurzlink:


TauchJournal-News per Mail abonnieren

RSS-Feed abonnieren RSS-Feed

Diesen Artikel weiterempfehlen:

ANZEIGE Mares

WWF veröffentlicht Verhaltenskodex für Tauchtourismus mit Haien und Rochen

Freitag, 23. Juni 2017, 11:31

Hammerhai

Im Meer einem Hai begegnen – das ist für viele Menschen eine Horrorvorstellung. Immer mehr Taucher suchen jedoch die Begegnung mit den großen Raubfischen als Höhepunkt ihres Tauchgangs. Der WWF hat jetzt den ersten weltweiten Verhaltenskodex für einen nachhaltigen Tourismus mit Haien und Rochen veröffentlicht Schon jede vierte Hai- und Rochenart ist vom Aussterben bedroht. Hauptgrund für das Schwinden ist Überfischung: Haie werden einerseits zielgerichtet befischt und wegen ihrer Flossen...

... mehr »

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.