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Rubrik: Umwelt

Greenpeace: erste Bilder vom Amazonasriff

Dienstag, 7. Februar 2017, 10:07

Vor der Küste Brasiliens, wo der Amazonas auf den Atlantik trifft, sind Forscher auf ein einzigartiges Ökosystem gestoßen. Unter der Wasseroberfläche liegt ein gigantisches Riffsystem, mehr als 9.500 Quadratkilometer groß. Mit Hilfe des Schiffs „Esperanza" dokumentiert Greenpeace derzeit erstmals dieses Weltwunder in der Amazonas-Mündung

Amazonasriff

Erste Bilder des Amazonasriffs, Foto: © Greenpeace

Ein Team von Experten, darunter mehrere Ozeanographen, die die Entdeckung des Riffs im vergangenen Jahr bekanntgegeben haben – wir berichteten, sind mit dem Greenpeace-Schiff „Esperanza" auf Expedition, um das gigantische Ökosystem, das vom Französisch Guyana bis zum brasilianischen Bundesstaat Maranhão reicht, zu dokumentieren. Die Ölfirmen Total und BP könnten in diesem Bereich mit Bohrungen beginnen, sobald sie eine Genehmigung der brasilianischen Regierung erhalten.

Das Team suchte mit einem von der „Esperanza" gestarteten U-Boot mehr als 100 Kilometer von der brasilianischen Küste entfernt auf 220 Meter Tiefe, als das Riff zum ersten Mal in Sicht kam.

„Dieses Riffsystem ist aus vielen Gründen wichtig, einschließlich der Tatsache, dass es einzigartige Eigenschaften hinsichtlich der Verwendung und Verfügbarkeit von Licht und der physikochemischen Wasserbedingungen aufweist. Es hat ein riesiges Potential, neue Arten zu beherbergen, und es ist auch wichtig für das wirtschaftliche Wohlergehen der Fischergemeinden entlang der Küstenregion des Amazonas", so Nils Asp, Forscher an der Federal University of Pará.

„Unser Team möchte ein besseres Verständnis erlangen, wie dieses Ökosystem funktioniert, einschließlich wichtiger Fragen, wie etwaseiner Photosynthese-Mechanismen mit sehr begrenztem Licht. Hoffentlich wird dies zu einer allmählichen Kartierung des Riffsystems führen. Derzeit sind weniger als fünf Prozent des Ökosystems erfasst", so Asp.

AmazonasriffAmazonasriffAmazonasriff

Während Experten gerade erst begonnen haben, das Riff zu untersuchen, haben die Ölkonzerne Total und BP bereits vor, das Gebiet für mögliche Ölbohrungen zu erkunden, in dem Ölreserven von etwa 15 bis 20 Milliarden Barrel vermutet werden.

„Wir müssen das Riff und die gesamte Region an der Mündung des Amazonas-Beckens von der Unternehmensgier verteidigen, die Gewinnmaximierung vor Umweltschutz stellt. Eine der Bohrstellen von Total liegt nur acht Kilometer vom Riff entfernt und Umwelt-Lizenzprozesse sind bereits auf dem Weg", so Thiago Almeida, Aktivist bei Greenpeace Brasilien.

Bohrungen in diesem Bereich bedeuteten ein andauerndes Risiko einer Ölpest. Der Cape Orange National Park, der nördlichste Punkt des brasilianischen Bundeslandes Amapá, beherbergt das weltweit größte kontinuierliche Mangroven-Ökosystem, und es gibt keine Technologie, die in der Lage ist, einen solchen Ort von einer Ölverschmutzung zu reinigen. Darüber hinaus sind die Risiken in diesem Bereich aufgrund der starken Strömungen und des Sedimenteintrags durch den Amazonas erhöht. Bisher wurden in der Region 95 Bohrlöcher gebohrt, von denen 27 aufgrund mechanischer Störungen aufgegeben wurden – der Rest aufgrund fehlender wirtschaftlicher Relevanz.

Das Amazonas-Becken ist Lebensraum für Seekühe, die Gelbe Schildkröte des Amazonas, Delphine und die vom aussterben bedrohten Flussotter. Es ist auch die Heimat der Gemeinden der lokalen Fischer und von mehr als 80 Quilombola-Gemeinden, die wirtschaftlich auf eine intakte Umwelt angewiesen sind.

Infos: www.greenpeace.org.

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