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Rubrik: Umwelt

Greenpeace-Proteste gegen Shells Ölbohrungen in der Arktis

Donnerstag, 30. Juli 2015, 09:20

Portland/USA, 29. Juli 2015: Weithin sichtbar hängen 26 Greenpeace-Aktivisten an der St. Johns Brücke über dem Willamette-River in Portland und haben Verpflegung für mehrere Tage dabei. Auf Bannern fordern sie, dass die Arktis geschützt wird. Grund für den Protest: Der Shell-Eisbrecher „Fennica“ will jetzt nach einer Reparatur Portland in Richtung Arktis verlassen

St. Johns Brücke in Portland

St. Johns Brücke in Portland: menschliche Barriere durch Greenpeace-Aktivisten, Foto: © Craig Mitchelldyer, Greenpeace

Das Schiff ist Teil der Shell-Bohrflotte und war Anfang Juli auf dem Weg in die Arktis offenbar auf Grund gelaufen, ein ein Meter langer Riss im Rumpf der „Fennica“ zwang das Schiff zur Umkehr. Jetzt soll es erneut zur Bohrstelle fahren und dort Shell bei der Ölsuche unterstützen. „Die US-Regierung muss endlich die Notbremse ziehen und Shell Bohrungen in der Arktis untersagen“, sagt Larissa Beumer, Arktis-Expertin von Greenpeace.

Die US-Regierung hatte in der vergangenen Woche entschieden, dass Shell vor der Küste Alaskas erst mit der Ölsuche beginnen könne, wenn der Eisbrecher „Fennica“ vor Ort eingetroffen ist. Bis dahin darf der Konzern lediglich oberflächliche Bohrungen durchführen, die nicht in ölführende Schichten vordringen. Das 22 Jahre alte Schiff soll Eisschollen von den Bohrstellen fern halten, an Bord befinden sich zudem wichtige Teile der Notfallausrüstung. Dass es jederzeit zu einem Ölunfall kommen kann, zeigt auch eine Risikoabschätzung der US-Behörde „Bureau of Ocean Energy Management“. „Sollte Shell Öl finden, läge demnach die Wahrscheinlichkeit für mindestens einen schweren Unfall während des Förderzeitraums bei 75 Prozent“, sagt Beumer.

In den vergangenen Tagen haben auch hochrangige US-Politiker der Demokratischen Partei, darunter Hillary Clinton und Al Gore sowie US-Senatoren verschiedener Bundesstaaten, Zweifel an der Sicherheit von Ölbohrungen in der Arktis geäußert. Oregons Senator Jeff Merkley hat zusammen mit fünf anderen US-Senatoren ein Gesetz gegen arktische Ölbohrungen vorgeschlagen.

Shells Ölplattform "Polar Pioneer"

Shells Ölplattform „Polar Pioneer" mit
Greenpeace Aktivisten, Foto: © Keri Coles, Greenpeace

Shells Pannenserie in der Arktis reißt nicht ab …
Seit 2012 wird Shells Ölsuche in der Arktis von Pannen begleitet: Beim damaligen ersten Versuch kam es zu mehreren schweren Zwischenfällen vor der Küste Alaskas. Unter anderem lief die „Kulluk“-Bohrplattform während eines Sturms auf Grund; auch das Bohrschiff „Noble Discoverer“ wäre fast havariert. Der Konzern musste in Folge dessen die Probebohrungen für zwei Jahre aussetzen. „All diese Vorfälle zeigen, wie unverantwortlich Shell in der Arktis handelt“, so Beumer.

Sollte es zu einem Austritt von Öl kommen, gibt es keine wirksame Methode, das Öl aus den eisbedeckten Gewässern wieder zu entfernen. Die Abgeschiedenheit der Region sowie die harschen Witterungsbedingungen würden Aufräumarbeiten immens erschweren. Die von Shell vorgesehene Notfallausrüstung für Ölunfälle wurde noch nie unter arktischen Bedingungen getestet.

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