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Rubrik: Umwelt

Hoffnungsschimmer für Korallenriffe

Donnerstag, 23. Juni 2016, 09:14

Forscher haben im weltweiten Überlebenskampf der Korallenriffe einige Lichtblicke ausgemacht, die Hoffnung aufkeimen lassen und zu einem neuen Ansatz beim Kampf um den Erhalt der Ökosysteme führen können

Rock Island, Palau

Meeresschutzgebiete sind ein Garant für eine gesunde Artenvielfalt; hier Rock Island, Palau, Foto: © Tane Sinclair-Taylor

In einer der größten globalen Studien dieser Art haben Forscher den Zustand von mehr als 6.000 Riffe in 46 Ländern auf der ganzen Welt analysiert und 15 Riffe ausgemacht, an denen es – allen Widrigkeiten zum Trotz – viel mehr Fische gibt, als erwartet.

Korallenriff

Die Wissenschaftler hoffen dass aus ihren Entdeckungen neue Ideen für den Riffschutz entstehen, Foto: © Mark Tupper

„Aufgrund des globalen Rückgangs der Korallenriff-Fischerei waren wir wirklich begeistert, diese Ausnahmen zu finden, die in einer erheblich besseren Verfassung sind, als wir dachten. Und dies an Orten, an denen man einen solch guten Zustand zunächst nicht erwartet.", schwärmt der leitende Autor der Studie, Professor Joshua Cinner vom ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies an der James Cook University. Er stellt klar, dass es sich dabei nicht etwa um unberührte Riffe handele, sondern um Riffe, die mehr Fische aufwiesen, als sie eigentlich aufgrund des Umwelt- und Fischereidrucks, denen sie ausgesetzt seien, haben sollten.

Die Forscher interessierte natürlich, warum das so ist und was man daraus über einen zukünftigen Umgang mit Riffen lernen kann. Professor Nick Graham von der Lancaster University, Ko-Autor der Studie betont, dass sich generell Korallenriffe weltweit im Niedergang befinden und aktuelle Strategien, diese zu erhalten unzureichend sind. Gerade diese Ausnahme-Riffe, die vom Menschen nicht unberührt sind und dennoch über einen guten Fischbestand verfügen, machten Mut und böten das Potenzial, spannende neue Lösungen für einen effektiven Schutz der Korallenriffe zu entwickeln.

Ko-Autorin Dr. Christina Hicks von der Lancaster and Stanford University fasst die Gemeinsamkeiten der Ausnahmeriffe zusammen: „Viele dieser relativ intakten Riffe zeichnen sich dadurch aus, dass die lokale Bevölkerung in die Art Weise, wie diese Riffe bewirtschaftet werden, stark involviert ist.“ Zudem herrschten dort traditionelle Bewirtschaftungen der Riffe vor. Die Forscher hoffen, aus diesen Gemeinsamkeiten zukünftige Strategien zum Umgang mit der Resource Korallenriff ableiten und auf andere Riffe übertragen zu können.

Wo Licht ist, ist auch Schatten
Die Forscher wurden im Rahmen ihrer Studie nicht nur positiv überrascht: Sie machten 35 Riffe aus, die sich in einem erheblich schlechteren Zustand befanden, als zu erwarten war. Auch diese Negativbeispiele hatten Gemeinsamkeiten: „Sie waren intensiver Befischung ausgesetzt, und es gab einen einfachen Zugang zu Gefrierschränken, die den Menschen erlauben, den Fisch, den sie auf den Markt bringen, zu lagern", so Dr. Hicks.

Die positiven Beispiele wurden in der Regel im Pazifischen Ozean an Orten wie den Salomonen, Teilen von Indonesien, Papua-Neuguinea und Kiribati gefunden, die negativen waren global verteilt und traten in allen großen Ozeanen auf.

An der Studie, die kürzlich in der Zeitschrift Nature veröffentlicht wurde, waren 39 Wissenschaftler aus 34 Ländern beteiligt.

Link zur Studie: www.nature.com/nature/journal/vaop/ncurrent/full/nature18607.html.

Infos: www.coralcoe.org.au.

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