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Rubrik: Wissenschaft

In den Sommerferien auf die „Sonne"

Mittwoch, 14. Juli 2010, 08:01

Auch 175 Jahre nach Charles Darwin sind die Galapagos-Inseln wissenschaftlich noch hoch interessant. Ein vulkanischer Hotspot und die Bruchstelle zwischen zwei Erdplatten liegen dort dicht beieinander und sorgen für sehr komplexe geologische Vorgänge. Diese zu erforschen ist das Ziel einer Expedition Kieler Meeresforscher mit dem Forschungsschiff „Sonne", die am 15. Juli im Hafen von Caldera (Costa Rica) beginnt. Auf Einladung der Reederei RF Forschungsschiffahrt und mit Unterstützung des IFM-GEOMAR sind auch zwei Schüler aus Schleswig-Holstein an Bord. Sie berichten in einem Internet-Blog aktuell über ihre Erlebnisse im Pazifik

Sonne

Das Forschungsschiff Sonne, Foto: Archiv IFM-GEOMAR

Die Zeugnisse sind verteilt, die Sommerferien haben begonnen. Für die meisten Schüler in Schleswig-Holstein beginnen damit sechs entspannte Wochen. Für Britta Jordan (16) aus Flintbek und Bennet Jess (18) aus Gettorf dagegen steigt die Spannung jetzt erst richtig. Sie bereiten sich auf ein ganz besonderes Abenteuer vor: eine Expedition mit dem deutschen Forschungsschiff „Sonne" in den Ostpazifik. Zusammen mit einer Gruppe Geologen des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) und Biologen des Museums für Naturkunde in Berlin gehen sie am 15. Juli im Hafen von Caldera (Costa Rica) an Bord. Ziel des ersten Teils der wissenschaftlichen Ausfahrt sind unterseeische Vulkankegel vor der Küste Mittelamerikas. Die Kieler Forscher wollen mehr über ihre Entstehung und damit die geologischen Vorgänge am Grunde des Pazifiks allgemein herausfinden. Bennet und Britta dürfen ihnen bei der Arbeit zwei Wochen lang über die Schulter schauen und selbst mit anpacken. „Ich kann mir gut vorstellen, nach dem Abi im Bereich Meereswissenschaften zu arbeiten. Deshalb finde ich es sehr spannend, jetzt die Arbeit auf einem Forschungsschiff direkt zu erleben", sagt Bennet kurz vor der Abreise und Britta ergänzt: „Vulkane fand ich schon immer faszinierend. Jetzt vor Ort zu erleben, wie Wissenschaftler Vulkane in der Tiefsee des Pazifiks untersuchen, ist schon unglaublich".

Die seltene Chance, Meeresforschung so hautnah zu erleben, verdanken die beiden der Reederei der „Sonne", der RF Forschungsschiffahrt aus Bremen. „Uns ist wichtig, junge Menschen für die Meeresforschung zu begeistern. Die Meere sind für die Zukunft der Menschen nun einmal von entscheidender Bedeutung", betont Michael Ippich, Geschäftsführer von RF. Als klar war, dass auf der 208. Expedition des bekannten Forschungsschiffes zwei Kojen frei sind, schlug die Reederei vor, die Plätze interessierten Schüler anzubieten. Außerdem finanziert die Reederei Hin- und Rückflüge zum Start- und Zielhafen. „Dieses tolle Angebot haben wir natürlich sofort aufgegriffen. Es passt genau in unser Konzept, einen engen Kontakt zwischen Schule und praktischer Wissenschaft herzustellen", sagt Mareike Wilms, die bei den am IFM-GEOMAR angesiedelten Sonderforschungsbereichen Schülerprojekte koordiniert. Sie organisierte eine Ausschreibung an mehreren Schulen Schleswig-Holsteins, zu denen bereits gute Kontakte bestanden. „Das Angebot der Reederei ist außergewöhnlich, deshalb wollten wir eine sorgfältige Auswahl treffen", betont Wilms. Die Schüler mussten sich zunächst schriftlich bewerben, eine kleine Auswahl stellte sich anschließend den Fragen einer Jury. Ihr gehörte auch der wissenschaftliche Fahrtleiter Dr. Reinhard Werner (IFM-GEOMAR) an. „Wir haben nach Vorwissen, Noten und Neigungen geschaut, aber auch danach, ob die Schüler sich zwei Wochen lang in eine Bordgemeinschaft auf einem voll besetzten Forschungsschiff einfügen können", sagt Werner. Am Ende des Bewerbungsverfahrens setzten sich Britta Jordan und Bennet Jess durch.

Vor dem Abenteuer: Britta Jordan und Bennet Jess (vorne) bereiten sich auf die Expedition mit dem Forschungsschiff "Sonne" vor. Michael Ippich (links) und Olaf Thiede (hinten Mitte) von der Reederei RF Forschungsschiffahrt sowie Dr. Reinhard Werner vom IFM-GEOMAR unterstützen sie dabei, Foto: J. Steffen, IFM-GEOMAR

Beide wollen auf der Expedition nicht nur beobachten, sondern aktiv Material für eine schulische Jahresarbeit sammeln. Außerdem übernehmen sie eine weitere Aufgabe: Die Forschungsarbeiten in Wort und Bild zu dokumentieren, damit auch andere Interessierte daran teilhaben können. „Wir produzieren mit Jugendlichen Videoclips über Meeresforschung, die komplizierte Themen verständlich aufarbeiten", erklärt Wilms, „dafür liefern Britta und Bennet Material." Zur Berichterstattung der beiden Schüler gehört auch ein täglicher Internet-Blog über ihre Erlebnisse im Pazifik, der auf den Seiten der Kieler Nachrichten (www.kn-online.de) zu lesen sein wird. „Ich bin schon sehr gespannt, wie das Leben an Bord abläuft", sagt Bennet. Und Britta gesteht: „Ich bin schon deshalb aufgeregt, weil es meine erste Reise außerhalb Europas ist. Und dann gleich so eine spezielle". Für Spannung in den Sommerferien ist also gesorgt. Infos: www.ifm-geomar.de.

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