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Rubrik: Umwelt

Indonesien: West-Papua wird zu weltweit ersten Naturschutz-Provinz

Montag, 26. Oktober 2015, 11:42

Die indonesische Provinz West-Papua ist zur Naturschutz-Provinz erklärt worden: die erste dieser Art in Indonesien und weltweit. Die Ernennung ist nicht nur symbolisch wichtig, sie dient der Erhaltung dieses einzigartigen Ökosystems, denn neben den Regenwäldern gilt es auch, die Lebensräume des Meeres zu schützen. West-Papua gehört zu Epizentren der marinen biologischen Vielfalt, mit mehr Arten als irgendwo sonst auf der Erde

Raja Ampat

Schützenwerte Natur in Raja Ampat, Foto: © Christian Knost

Die Erklärung wurde am Montag, den 19. Oktober 2015 vom Gouverneur West-Papuas Abraham Ataruri in der Provinzhauptstadt Manokwari in Anwesenheit des indonesischen Innenministers Tjahjo Kumolo unterzeichnet. „Diese Erklärung wird uns helfen, unsere natürlichen Ressourcen zu erhalten und weise zu verwalten, so dass auch zukünftige Generationen sie genießen können", so Ataruri.

Unterstützt von Conservation International (CI), Worldwide Fund for Nature (WWF) und The Nature Conservancy (TNC) hat die lokale Regierung in West-Papua, eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich aus von zivilen und politischen Organisationen und Verbänden zusammensetzt. Diese soll sicherzustellen, dass die neuen Rechtsvorschriften in sinnvolle Maßnahmen vor Ort umgesetzt werden.

Die neue Verordnung kommt zu einer Zeit, in der West-Papua einen Entwicklungsschub erlebt. Die Provinz verfügt über riesige Rohstoffvorkommen und ist die Heimat der Grasberg-Mine, der weltweit größten Gold- und Kupfermine. Und es hat bereits Nickel-Bergbau auf kleinen Inseln in direkter Nähe zu Korallenriffen gegeben. Andererseits ist West Papua aber auch Indonesiens am wenigsten entwickelte Provinz, und so gibt es auch ernste Fragen rund um Status, Zukunft und Behandlung seiner einheimischen Bevölkerung.

Die Organisation Conservation International (CI) hat in seinen strategischen Empfehlungen zur neuen Verordnung zur Naturschutz-Provinz darauf hingewiesen, dass das Wohlbefinden und die Gewohnheitsrechte der Menschen Papuas im Umgang mit den natürlichen Ressourcen sichergestellt werden müssen. Dies sei genauso wichtig wie die Einrichtung eines umfangreichen Netzwerks von Meeresschutzgebieten und die Eindämmung des Kahlschlages der Wälder.

„West-Papua sollte in einer Weise entwickelt werden, die den Menschen zugute kommt", so Innenminister Tjahjo Kumolo bei Unterzeichnung der Erklärung. „West-Papua muss seine Identität, seine Bräuche und Traditionen bewahren, und die Schönheit der Natur muss gepflegt und bewahrt werden", fügte er hinzu.

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