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Rubrik: Umwelt

Indusdelphin durch Verbauung des Flusses stark bedroht

Donnerstag, 28. April 2016, 21:31

Umweltverschmutzung und der Ausbau von Kanalsystemen gefährden das Überleben der letzten 1.300 Flussdelphine im pakistanischen Indus. Das zeigt ein Bericht, der von Mitarbeitern vom WWF und Okapi Wildlife Associates erstellt wurde. Bereits heute wird der Indusdelphin auf der Roten Liste als „stark gefährdet“ eingestuft. Sein Lebensraum in Pakistan beträgt nur noch ein Fünftel des ursprünglichen Verbreitungsgebiets

Indusdelphin

Indusdelphin, Foto: © WWF/Zahoor Salmi

„Die zunehmende Industrialisierung des Ökosystems am Indus könnte die Indusdelphine ausrotten. Der Ausbau des bereits heute weit verzweigten Kanalsystems ist hierbei die größte Gefahr, da die künstlich angelegten Kanäle oft zur tödlichen Falle für die Tiere werden“, so Dr. Arnulf Köhncke, Artenschutzreferent beim WWF Deutschland. Um das trockene Land zu bewirtschaften werden in Pakistan Bewässerungskanäle gebaut und durch Dämme vom Hauptfluss abgegrenzt. „Die pakistanische Bevölkerung wächst, aber ebenso steigt in Europa und anderen Industrienationen die Nachfrage nach Baumwolle, deren Anbau enorm viel Wasser verbraucht“, erklärt Köhncke. In dieses weltweit größte Bewässerungssystem gelangen die Delphine durch die Schleusen, können oft jedoch nicht wieder zurück in den Hauptfluss schwimmen. Sie sind daher abgeschnitten von ihren Artgenossen und sterben spätestens bei der jährlichen Trockenlegung der Kanäle.

Erschwerend kommt hinzu, dass Staudämme im Indus die Delphinbestände in sechs Untergruppen separiert haben. „Einige Teilpopulationen enthalten weniger als 100 Tiere, zwei sogar höchstens zehn. Wahrscheinlich werden daher nur drei Teilpopulationen langfristig überleben können“, so Köhncke.

IndusdelphineIndusdelphinIndusdelphin

Durch ein WWF-Projekt werden fortlaufend Indusdelphine in aufwendigen Rettungsaktionen von den Kanälen in den Hauptfluss zurückgebracht. Seit 1997 wurden 143 verirrte Delphine aus den Kanälen gemeldet, 115 von ihnen konnten gerettet werden. Weiterhin überwacht der WWF zudem die Delphinpopulation im Indus und klärt Fischer über die Gefahr von Netzen für Delphine auf.

Ein weiterer Bedrohungsfaktor für die seltenen Delphine ist die zunehmende Umweltverschmutzung. Es gibt in Pakistan keine organisierte Müllentsorgung und daher gelangen 90 Prozent des städtischen und industriellen Abfalls in das Flusssystem. Die Mehrheit der Indusdelphine lebt flussabwärts des Zufluss Panjnad, der durch die Industriestadt Punjab extrem verschmutzt ist.

Infos: www.wwf.de.

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