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Rubrik: Wissenschaft

Karibik: Fischerei im Dienste der Korallenriffe

Mittwoch, 13. April 2016, 13:59

Ein internationales Forscherteam unter Führung des ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies und der University of Queensland hat in einer kürzlich veröffentlichten Studie festgestellt, dass strengere Fischereibestimmungen Korallen in der Karibik schützen können

Stoplicht-Papageienfisch

Der Stoplicht-Papageienfisch (Sparisoma viride) ist nicht nur einer der beliebtesten Fischarten der Karibik, sondern auch einer der ökologisch wichtigsten Fische an karibischen Riffen, Foto: © Peter Mumby

Die Studie zeigt, dass die karibischen Korallenriffe zunehmend unter der globalen Erwärmung, lokalerUmweltverschmutzung und der Überfischung von pflanzenfressenden Fischen leiden.

Dr. Yves-Marie Bozec, vom ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies und UQ School of Biological Sciences, sagte, dass pflanzenfressende Papageifische im Ökosystem Korallenriff dringend benötigt werden, weil sie Algen fressen, die die Korallen ersticken und die Korallen daran hindern, sich zu erholen.

„Während einige Länder in der Karibik den mutigen Schritt, die Fischerei von Papageifischen zu verbieten, bereits gegangen sind – darunter Belize, Bonaire, Turks- und Caicos-, werden Papageifische in weiten Teilen der Region weiterhin ungestört gefischt", so Dr. Bozec.

Das Forscherteam analysierte die Auswirkungen der Fischerei auf die Papageifische und kombinierte diese mit einer Analyse der Rolle von Fische im Lebensraum der Korallenriffe.

Stoplicht-Papageienfisch

Stoplicht-Papageienfisch (Sparisoma viride), Foto: © Peter Mumby

„Wir schließen daraus, dass die unregulierte Fischerei ernsthaft die Widerstandsfähigkeit der Korallenriffe reduziert", so Dr. Bozec. „Die Einführung von Größen- und Mengenbeschränkungen auf weniger als 10 Prozent des fischbaren Bestandes bietet eine weit bessere Perspektive für die Riffe, und zudem könnte so die Fischerei weiter bestehen."

Peter Mumby, Co-Autor der Studie, gab an, dass eine Reihe von Ländern ihre Fischereiregeln ändern wollten, um die Auswirkungen auf die Riffe zu reduzieren. Die neue Studie, die in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde, argumentiert, dass die Wissenschaft genutzt werden sollte, um die die derzeitigen Fischereipraktiken für pflanzenfressende Fische in der Karibik zu überarbeiten.

Die Autoren der Studie haben Werkzeuge zur Verfügung gestellt, die den Fischereimanagern helfen, solche Veränderungen umzusetzen.

„Je mehr wir für gesunde Korallenriffe tun, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Fischer auch im Zukunft eine Existenzgrundlage haben", so Mumby. „Bereits heute wissen wir, dass, wenn es uns nicht gelingt, die Lebensräume der Korallenriffe zu erhalten, die Fischfangmengen um das Dreifache rückläufig wären.“

Infos: www.coralcoe.org.au.

Link zur Studie: www.pnas.org/content/early/2016/03/31/1601529113.full.

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