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Rubrik: Wissenschaft

Killifische können sich an toxische Verschmutzungen anpassen

Freitag, 30. Dezember 2016, 10:39

Ein internationales Forscherteam hat in einer neuen Studie, die kürzlich in der Zeitschrift Science erschienen ist, herausgefunden, dass einige Populationen des Fundulus heteroclitus (auch Mummychog genannt), die in Stadtnähe leben, bis zu 8.000 mal widerstandsfähiger als andere Fische gegen hochgiftige industrielle Schadstoffe wie Dioxine, Schwermetalle und Kohlenwasserstoff sind

Atlantischer Killifisch

Der Atlantische Killifisch hat sich an höhere toxische Verschmutzung angepasst, Foto: © Andrew Whitehead/UC Davis

Um zu verstehen, warum einige Populationen der Killifisch-Art so verschmutzungstolerant sind, haben die Forscher die Genome von vier wildlebenden, verschmutzungstoleranten Populationen mit denen von vier nicht toleranten Populationen verglichen. Das Ergebnis: Die Gene, die für die Toleranz verantwortlich sind, sind diejenigen, die an dem Signalweg des Arylkohlenwasserstoffrezeptors (AHR) beteiligt sind. Offensichtlich ist die Desensibilisierung des AHR-Signalwegs ein zentrales Ziel der natürlichen Auslese bei den verschmutzungstoleranten Populationen.

Killifisch-Embryos

Vergleich eines normal entwickelten Embryos und eines von PCB betroffenen Embryos: Er hat ein deformiertes Herz. Killifische die Toleranzen gegenüber Giften entwickelt haben, zeigen nur begrenzte Anzeichen von Entwicklungsdefekten, Foto: © Bryan Clark/U.S. EPA

Die Forscher fanden heraus, dass die potenziell negativen Auswirkungen der Desensibilisierung des AHR-Signalwegs durch Anpassungen in Bezug auf die Zellzyklusregulation und die Funktion des Immunsystems kompensiert werden.

Die Forscher warnen ausdrücklich davor, ihre Ergebnisse als Freibrief für die weitere Verschmutzung der natürlichen Umwelt zu verstehen, denn die meisten gefährdeten Arten dürften nicht in der Lage sein, sich an schnelle Veränderungen bzw. Verschmutzungen ihrer Umwelt anzupassen.

Infos: www.birmingham.ac.uk.

Link zur Studie: http://science.sciencemag.org/content/354/6317/1305.

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