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Rubrik: Wissenschaft

Klimawandel bedroht Hitzeschutz der Korallenriffe

Dienstag, 19. April 2016, 15:13

Eine neue Studie hat festgestellt, dass Korallen am Great Barrier Riff in der Vergangenheit Korallenbleichen überleben konnten, weil sie im Vorfeld dieser Bleichen jeweils einer schrittweisen Erwärmung des Wasser ausgesetzt waren. Jedoch wird dieses Schutzmuster im Zuge des vorhergesagten Klimawandels in naher Zukunft verloren gehen

Heron Reef

Von der Korallenbleiche noch nicht betroffen: das Heron Reef, Foto: © Bill Leggat, Coral CoE

In einem kürzlich erschienenen Aufsatz haben Wissenschaftler vom ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies (Coral CoE) an der James Cook University (JCU) und der University of Queensland (UQ) sowie der US-amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration USA (NOAA) untersucht, was das Erwärmungsmuster für die Korallenbleiche am Great Barrier Riff in Zukunft bedeutet.

Hauptautorin Dr. Tracy Ainsworth vom Coral CoE erklärt, dass das Bleichen für die Korallen wie ein Marathon ist: „Wenn Korallen in den Wochen vor der Bleiche Stress ausgesetzt sind, da die Temperaturen steigen, wirkt das auf die Korallen wie ein Probelauf, der sie schützt. Korallen, die diesem Probelauf durchlaufen, sind dann weniger gestresst und regieren toleranter wenn es zur Bleiche kommt. "

Die Forscher fanden heraus, dass dieser „Probelauf“ Hitzeschockreaktionen in den Korallen auslöst, die die Schwere der Bleiche und die Mortalität reduziert. Dieser vorbeugende „Probelauf“ wurde in drei Viertel der Stress-Ereignisse beobachtet, die in den in den letzten drei Jahrzehnten am Great Barrier Riff auftraten.

Es gibt Anzeichen dafür, dass auch die derzeitige Korallenbleiche am Great Barrier Riff dem gleichen Muster folgt. Einige Einzelriffe, die vor dem Ereignis keinerlei Stress durch Bleiche ausgesetzt waren und so den „Probelauf“ verpasst haben, könnten durch die Korallenbleiche wesentlich größere Schäden davontragen.

Great Barrier RiffHeron ReefGreat Barrier Riff

Die Vor-Stress-Bedingungen verschwinden wohl, wenn die Meerwasser-Temperaturen um gerade einmal 0,5 ° C ansteigen, so, wie es für die nähere Zukunft vorhergesagt ist. Die Korallen werden dann direkt einer Korallenbleiche ausgesetzt sein.

„Wenn für die Korallen die Phase des ‚Probelaufs' ausbleibt, gibt keine Atempause für sie, da der Hitzestress des Sommers bevorsteht,“ so der Co-Autor Dr. Scott Heron, von Coral Reef Watch. „In kommenden Sommern werden Korallenbleichen öfter vorkommen und ohne den ‚Probelauf' dramatischere Folgen haben.“

Die aktuelle Studie hat Satellitendaten für Meeresoberflächentemperaturen aus einem Zeitraum von 27 Jahren und frühere Korallenbleichen ausgewertet und untersucht, wie Korallen auf unterschiedliche Bedingungen der Meerwasser-Erwärmung reagieren.

Unter den zukünftigen Bedingung des Klimawandels werden einige Einzelriffe des Great Barrier Riffs ihren Schutzmechanismus verlieren. Die Studie empfiehlt die Schutzanstrengungen in Zukunft auf Riffe zu konzentrieren, die in der Lage waren oder sind, vor dem Einsetzen einer Korallenbleiche einen „Probelauf“ zu absolvieren.

„Unsere Modelle legen nahe, dass sich Riffe, die ihren Wärmeschutz in der Zukunft verlieren, schneller abbauen und für einen längeren Zeitraum in einem verschlechterten Zustand verbleiben werden. Riffe, die ihren Hitzeschutz aufrecht erhalten, haben eine bessere Chance, ihren Korallenbewuchs zu erhalten. Allerdings nur, wenn die Kohlenstoff-Emissionen in naher Zukunft reduziert werden", so Dr. Juan Ortiz von UQ.

Infos: http://www.coralcoe.org.au.

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