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Rubrik: Tauchreisen

Kolossale Sichtweiten: Tauchen auf der Osterinsel

Dienstag, 10. November 2015, 10:12

Die Osterinsel liegt im Südostpazifik und ist vor allem für ihre bis zu 1.000 Jahre alten Steinstatuen, die Moai, bekannt. Weitgehend unbekannt ist die Insel als Tauchdestination: zu Unrecht

Tauchen auf der Osterinsel

Osterinsel: Kristallklares Wasser und enorme Sichtweiten, Foto: © Dominik Vögtli/Archiv TaucherNet

Für viele Reisende sind die kolossalen Steinstatuen der Osterinsel, die zu Chile gehört, der Hauptgrund, dort einen Zwischenstopp einzulegen. Die Moai sind bis zu elf Meter hoch, wiegen maximal 90 Tonnen und wurden auf unbekannte Weise von ihrem Ursprungsort, einem Nebenkrater des Insel-Vulkans Rano Raraku, an ihren Bestimmungsort auf den Zeremonienplattformen an der Küste transportiert.

Die Osterinsel (Isla de Pascua, oder in der Muttersprache, „Rapa Nui" oder „Te Pito te Henua" – der Nabel der Welt) wird trotz ihrer Abgeschiedenheit – sie liegt je rund 3.500 km vor der chilenischen Festlandküste und von Französisch Polynesien entfernt – jährlich von knapp 70.000 Touristen besucht, bei einer stetigen lokalen Bevölkerung von nur 6.000 Personen. Der Durchschnittstourist bleibt ca. drei Tage zur Erkundung der Insel.

Jacques Cousteaus Vermächtnis
Der eigentliche Schatz der Osterinsel liegt unter der Wasseroberfläche. Henry Garcia aus Frankreich war ein Wegbegleiter des legendären Jacques Cousteau und ihre Expedition zur Erkundung der Unterwasserwelt führte sie 1976 auf die Insel. Als ihr Forschungsschiff „Calypso“ nach sieben Monaten Forschung und Filmdreharbeiten die Anker lichtete, blieb Henry für eine neunmonatige Auszeit auf der Insel.

Moai - Kolosse an Land

Moai: Kolosse an Land, Foto: © Dominik Vögtli/Archiv TaucherNet

Nach einem kurzen Besuch zu Hause in Frankreich und einer weiteren Mission mit Cousteau wurde die Sehnsucht nach seiner Wahlheimat so groß, dass er zwei Jahre später zurückkam und in Hanga Roa, der Hauptstadt von Rapa Nui, zusammen mit seinem Bruder Michel die erste Tauchbasis der Insel eröffnete.

Wenig Fisch, tolle Unterwasserlandschaft, unglaubliche Sichtweiten
Wer bunte Fische und Nacktschnecken oder Großfisch erwartet, wird enttäuscht. Die Osterinsel ist von kaltem und zugleich nährstoffarmen Wasser umgeben und wird vom nährstoffreichen Humbolt-Strom links liegengelassen.

Hinzu kommt, dass weder größere Flüsse noch unbehandeltes Abwasser Nährstoffe ins Meer spülen. In Kombination führt dies zu unglaublich klarem Meerwasser, solange die Brandung in Küstennähe nicht zu viel Sediment aufwirbelt. Keine andere Destination – ausgenommen die Silfra-Spalte in Island – kann mit derart klarem Wasser aufwarten.

Moai-Statue im Meer

Moai-Statue im Meer, Foto: © Dominik Vögtli/Archiv TaucherNet

Die Klientel der Tauchbasen sind hauptsächlich Schnupper- und Gelegenheitstaucher, die einen oder zwei Tauchgänge absolvieren. Reine „Tauchurlauber" trifft man kaum an. Dies führt dazu, dass meist Tag für Tag derselbe anfängerfreundliche Tauchplatz „Moai" angefahren wird. In rund 20 Metern wurde dort eine Replikat Moai Statue versenkt, umgeben von gut erhaltenen Hartkorallenriffen.

Nur bei guten Bedingungen kann der Tauchplatz „Motu" an zwei vorgelagerten Felsinseln angesteuert werden. Ein Aha-Erlebnis unter Wasser: Die Wände fallen wie auch oberhalb der Wasserlinie steil in die Tiefe. Auf 20 Meter kann man problemlos den Grund ausmachen. In 40, vielleicht 50 Meter scheinen die Steilwände in den mit kleineren Korallenblöcken übersäten Sandgrund überzugehen. In Wahrheit sind es knapp 80 Meter, die unglaublichen Sichtweiten täuschen jeden noch so erfahrenen Taucher. Liebhaber von tieferen Tauchgängen werden hier auf ihre Kosten kommen.

Die Osterinsel, die von der Tauchergemeinde bisher kaum beachtet wurde, bietet unvergessliche Tauchgänge. Kaum jemand wird einen Tauchurlaub allein auf der Osterinsel verbringen. Doch mit einem vor- oder nachgelagerten Besuch von Französisch Polynesien mit den berühmten Taucherinseln Rangiroa und Fakarava entsteht eine traumhafte Ferienkombination mit Kultur, tollen Stränden und abwechslungsreichem Tauchen.

Tauchbasen auf der Osterinsel:

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