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Rubrik: Umwelt

Korallenbleiche am Great Barrier Riff: Die Zahl der Opfer steigt

Donnerstag, 9. Juni 2016, 10:01

Wissenschaftler schätzen, dass die zur Zeit grassierende Massen-Bleiche 35 Prozent der Korallen im nördlichen und zentralen Great Barrier Riff getötet hat. Die anhaltende diesjährige Korallenbleiche hat das 2.300 Kilometer lange Riff dramatisch verändert

Korallenbleiche in der Region von Kimberly, West Australien

Forscher untersuchen die Auswirkungen der Korallenbleiche in der Region von Kimberly, West Australien, Foto: Chris Cornwall

„Wir haben herausgefunden, dass durchschnittlich 35 Prozent der Korallen bereits tot oder Sterben begriffen sind in 84 Riffen, die wir entlang der nördlichen und zentralen Abschnitte des Great Barrier Riffs zwischen Townsville und Papua-Neuguinea untersucht haben. Einige Riffe, vor allem von Cairns nach Süden sind einem erheblich besseren Zustand. Hier schätzen wir die durchschnittliche Sterblichkeit der Korallen auf fünf Prozent", so Professor Terry Hughes, Director die ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies an der James Cook University (JCU).

„In diesem Jahr ist es das dritte Mal in 18 Jahren, dass das Great Barrier Riff aufgrund der globalen Erwärmung von einer Massen-Bleiche heimgesucht wird, und das aktuelle Ereignis ist viel extremer als die vorangegangenen. Alle drei Korallenbleichen sind aufgetreten bei einem Anstieg der globalen Temperaturen um gerade einmal 1° Celsius. Uns bleibt kaum noch Zeit, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren“, so Hughes weiter.

Eine Korallenbleiche tritt auf, wenn anomale Umweltbedingungen, wie erhöhte Meerestemperaturen winzige photosynthetische Algen, so genannte Zooxanthellen, aus den Korallen vertreiben. Der Verlust dieser Algen lässt die Korallen weiß werden, sie bleichen.

Gebleichte Korallen können sich regenerieren, wenn die Temperatur sinkt und Zooxanthellen in der Lage sind, diese wieder zu besiedeln.

Tote und im Sterben begriffene Hirschgeweihkorallegeschätzte Korallen-Verlustesterbende Koralle

„In den Riffen südlich von Cairns haben mehr als 95 Prozent der Korallen überlebt, und wir erwarten, dass diese weniger gebleichten Korallen ihre normale Farbe in den nächsten paar Monaten wiedererlangen", so Dr. Mia Hoogenboom, ebenfalls von JCU.

„Auch in Westaustralien hat die Korallenbleiche für erhebliche schänden gesorgt. An der Küste von Kimberley, wo ich arbeite, sind bis zu 80 Prozent der Korallen stark gebleicht, und mindestens 15 Prozent sind bereits gestorben", so Dr. Verena Schoepf von der University of Western Australia.

Die Forscher planen, die untersuchten Riffe in den kommenden Monaten erneut zu besuchen, um den endgültigen Verlust durch die Korallenbleiche festzustellen. Die Forscher erwarten, dass sich die Korallen in der Masse innerhalb eines Jahrzehnts erholen werden. Der Verlust der ältesten und größten Korallen allerdings hinterlässt eine Lücke, die auch in zehn Jahren nicht geschlossen sein wird.

Infos: www.coralcoe.org.au.

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