TauchJournal - abtauchen im netz
RSS-Feed TauchJournal aud Facebook
» News » Umwelt » Kroatien: Delphine bitte melden
Sea Explorers

Rubrik: Umwelt

Kroatien: Delphine bitte melden

Samstag, 11. Juni 2011, 11:55

„So viele Delphine auf einmal habe ich noch nie gesehen. Einer sprang 50 m hinter unserem Boot sehr hoch 3 bis 5 Mal aus dem Wasser!", berichtet ein begeisterter Bootsfahrer, der sich nur etwa 150 m vor der kroatischen Adriaküste im Velebitkanal plötzlich von 30 bis 40 Tieren „umzingelt" sah. Zwar hat man nicht immer das Glück, bei Bootsausfahrten auf die Meeressäuger zu treffen, dennoch bittet die Gesellschaft zu Rettung der Delphine (GRD) auch dieses Jahr wieder alle Kroatienreisenden, aufmerksam nach Walen und Delphinen Ausschau zu halten und ihre Beobachtung der GRD zu melden

Adria-Delphin

Ein Adria-Delphin in Springlaune, Foto: © U. Kirsch

Die Daten werden im Rahmen des GRD-Projekts zur Rettung der letzten ca. 220 Adria-Delphine gesammelt und fließen in Erhebungen und Analysen ein, die für die Internationale Walfangkommission (IWC) von den Mitgliedsländern aufgestellt werden. Sie sind Teil der Bewertungsgrundlage für Maßnahmen, um bedrohte Delfinbestände zu schützen und ihre Lebensräume zu erhalten.

Bei welliger Wasseroberfläche und wenn Delphine gerade nicht in Springlaune sind, kann man sie leicht übersehen. Dann erscheinen höchstens die Rückenfinne und ein Teil des Rückens, wenn sie zum Atmen an die Oberfläche kommen. Doch ihre dunkle Körperfärbung ist auch gute Tarnung – oft genug entpuppt sich das „dort ist ein Delphin" dann leider nur als trügerisches Schattenspiel der Wellen.

Man muss nicht in See stechen, oft halten sich die geschickten Schwimmer auch dicht an der Küste auf, wie die Analysen der letztjährigen Sichtungsmeldungen zeigen: „Bei unserem Frühstück auf der Terrasse unseres Hotels konnten wir jeden Morgen Delphine in der Bucht beobachten", berichtete beispielsweise ein Tourist aus Makarska, einer Hafenstadt nahe Split.

Die Urlauber sind auch aufgefordert, Funde von gestrandeten oder toten Meeressäugern zu melden. Nur so können sofortige Rettungsmaßnahmen eingeleitet bzw. der Kadaver auf die Todesursache hin untersucht werden. Dies hilft beispielsweise bei Aufdeckung und Verfolgung der leider in Kroatien noch immer praktizierten illegalen Dynamitfischerei.

Meldebogen und Hinweise zum korrekten Verhalten bei Begegnungen mit Walen und Delphinen in freier Wildbahn können im Büro der GRD angefordert oder online abgerufen werden: www.adriadelfine.de.

Schlagwörter: , , ,

Kurzlink:


TauchJournal-News per Mail abonnieren

RSS-Feed abonnieren RSS-Feed

Diesen Artikel weiterempfehlen:

ANZEIGE Mares

Japan darf weiter mit bedrohten Walen handeln

Montag, 4. Dezember 2017, 09:46

Der Ständige Ausschuss des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) hat am 27. November 2017 die Gelegenheit versäumt, Japans massivem Inlandshandel mit Seiwalfleisch ein Ende zu bereiten. Stattdessen hat der Ausschuss eine Entscheidung darüber bis Ende 2018 verschoben Seit 2002 hat die japanische Walfangflotte im Nordpazifik über 1.400 Seiwale gefangen. Die Wale, die auf der Roten Liste als stark gefährdet gelistet sind, werden nach der Tötung direkt auf dem Fabrikschiff zerlegt und alle...

... mehr »

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.