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Rubrik: Umwelt

Kunststoffpartikel aus Textilien und Autoreifen sind eine wichtige Quelle für Mikroplastik im Meer

Montag, 27. Februar 2017, 09:35

Kleine Plastikpartikel, die aus synthetischer Kleidung ausgewaschen und von Pkw-Reifen abgerieben werden, könnten bis zu 30 Prozent zur „Plastiksuppe" beitragen, die die Ozeane der Welt verschmutzt. Damit stellen sie in vielen entwickelten Ländern eine größere Quelle für die Meeresverschmutzung dar als Kunststoffabfälle – so das Ergebnis einer Studie der Weltnaturschutz-Organisation IUCN

Mikroplastik

Mikroplastik in Proben aus verschiedenen Deutschen Flüssen (Zeitraum: April – Juni 2016), Foto: © Fred Dott/Greenpeace

Der neue IUCN-Bericht fokussiert sich auf primäres Mikroplastik aus Haushalts- und Industrieprodukten – Kunststoffe, die in Form von kleinen Partikeln in die Ozeane gelangen, im Gegensatz zu größeren Plastikabfällen, die erst im Wasser zu Mikroplastik werden. Quellen des primären Mikroplastiks sind unter anderem Autoreifen, synthetische Textilien, marine Beschichtungen, Straßenmarkierungen, Körperpflegeprodukte, Plastikpellets und Stadtstaub.

Dem Bericht zufolge könnten zwischen 15 und 31 Prozent der schätzungsweise 9,5 Millionen Tonnen Plastik, die jedes Jahr in den Ozeanen landen, primäres Mikroplastik sein. Fast zwei Drittel davon haben ihren Ursprung im Waschen von synthetischen Textilien und im Reifenabrieb vom Autofahren.

„Dieser Bericht ist ein echter Augenöffner. Er verdeutlicht, dass der Plastikmüll in unseren Ozeanen nicht allein aus Plastikabfällen besteht", sagt IUCN-Direktor Inger Andersen. „Unsere täglichen Aktivitäten, wie das Waschen von Kleidung und das Fahren, tragen wesentlich zur Verschmutzung bei, die unsere Ozeane erstickt, mit potenziell katastrophalen Auswirkungen auf die reiche Vielfalt des Lebens in ihnen und auch auf die menschliche Gesundheit. Unsere Ergebnisse zeigen, dass wir weit über die Abfallwirtschaft hinausgehen müssen, wenn wir die Meeresverschmutzung in ihrer Gesamtheit betrachten wollen."

In Teilen der entwickelten Welt mit einer effektiven Abfallwirtschaft ist das primäre Mikroplastik eine größere Quelle für die marine Kunststoff-Verschmutzung als Kunststoff-Abfälle. Synthetische Textilien sind die Hauptquelle für primäres Mikroplastik in Asien und PKW-Reifen dominieren in Amerika, Europa und Zentralasien.

„Die Ergebnisse dieses Berichts haben wichtige Auswirkungen auf die globale Strategie zur Bekämpfung der Meeresverschmutzung, die sich derzeit auf die Verringerung von Kunststoffabfällen fokussiert", so Joao de Sousa, IUCN Marine Project Manager. „Sie zeigen, dass Lösungen sowohl Produkt- und Infrastrukturdesign als auch Konsumentenverhalten beinhalten müssen. Synthetische Kleidung könnte zum Beispiel so entwickelt werden, dass weniger Fasern freigesetzt werden, und die Verbraucher können handeln, indem sie natürlichen Stoffen gegenüber synthetischen den Vorzug geben."

Jüngste Aufrufe zum Verbot der Verwendung von Mikroperlen in der Kosmetik sind ein Schritt in die richtige Richtung, aber da diese Quelle nur für zwei Prozent des primären Mikroplastiks verantwortlich ist, wäre die Wirkung eines potenziellen Verbots begrenzt, so der Bericht.

Infos: https://www.iucn.org.

Zum IUCN-Report (PDF-Download): https://portals.iucn.org/library/node/46622.

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