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Rubrik: Umwelt

Leichenblasse Korallenriffe

Montag, 12. Oktober 2015, 09:20

Eine erneute, weltweite Korallenbleiche ist im Gange und könnte bis zum Jahresende schon 38 Prozent der globalen Korallenriffe betreffen, 12.000 Quadratkilometer Korallen könnten dabei absterben, wie Wissenschaftler jetzt offiziell in der Fachzeitschrift „nature“ – www.nature.com/news/corals-worldwide-hit-by-bleaching-1.18527 – bekanntgaben. Damit bewahrheiten sich Befürchtungen von Forschern und Umweltschützern

Feuerkoralle

Gesunde Feuerkoralle, Foto: © Ewald Tamegger/Archiv Taucher.Net

„Diese massenhafte Korallenbleiche in den Weltmeeren ist ein unübersehbares Kennzeichen des Klimawandels. Auslöser ist die Erwärmung der Ozeane, befeuert von einem starken El-Niño- Phänomen“, so Philipp Kanstinger vom WWF. Eine globale Korallenbleiche, die den Pazifischen, Indischen und Atlantischen Ozean großflächig erfasst, ereignet sich damit nach 1998 und 2010 zum dritten Mal überhaupt.

Nach Angaben der amerikanischen Behörde NOAA begann die aktuelle Korallenbleiche bereits 2014 im Nordpazifik und breitete sich in diesem Jahr auf den Südpazifik und den Indischen Ozean aus. „Der massive Verlust von Korallenriffen ist dramatisch, sie gehören zu den ältesten und artenreichsten Lebensräumen der Welt. Von diesen Kinderstuben der Meere sind auch wichtige Fischereien und der Tourismus abhängig.“ Korallenriffe sichern den Lebensunterhalt von etwa 500 Millionen Menschen, ihr wirtschaftlicher Wert entspricht etwa 30 Milliarden US-Dollar. Ein Viertel aller marinen Arten lebt an Korallenriffen, obwohl diese nur 0,1 Prozent des Meeresbodens bedecken.

Abgestorbene Korallen

Abgestorbene Korallen auf den Malediven, Foto: © Bruno de Giusti (Eigenes Werk) [CC BY-SA 2.5 it oder CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons

Ausgelöst wird das Phänomen der Korallenbleiche durch steigende Temperaturen in den Ozeanen, die etwa 90 Prozent der globalen Erwärmung schlucken. Unter dem Stress des Temperaturanstiegs stoßen die Korallenpolypen die farbigen Algen ab, die die Korallen mit Energie versorgen. Ohne ihre Symbiosepartner werden die weißen Skelette der Korallen sichtbar. Halten die erhöhten Temperaturen einige Wochen an, sterben die Korallen massenhaft ab, da sie von ihrer Energiezufuhr abgeschnitten sind.

„Wenn sich die globale Erwärmung wie bisher fortsetzt, werden die Ozeane schon 2050 so warm sein, dass ein Verlust nahezu aller Korallen droht. Wirksamer Klimaschutz kann auch Korallenriffe, die Oasen der Ozeane, retten“, so Philipp Kanstiger vom WWF. Denn die ebenfalls vom Klimawandel verursachte Versauerung der Ozeane erschwert zusätzlich die Bildung von kalkhaltigen Strukturen und damit auch die Erholung von Korallenriffen. Neben einem wirksamen Klimaschutzabkommen können regionale Mittel wie Meeresschutzgebiete, reduzierter Düngemitteleintrag und eine gedrosselte Fischerei Schutz und Erholung der Korallenriffe unterstützen. Infos: www.wwf.de.

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