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Rubrik: Wissenschaft

Meereserwärmung führt zu Niederschlagsextremen

Donnerstag, 16. Juli 2015, 09:06

Durch den Klimawandel steigen die Temperaturen in unseren Ozeanen. Die kann zu zur Entwicklung stärkerer Niederschlagsereignisse beitragen, wie eine Studie deutscher und russischer Wissenschaftler zeigt. Ein Niederschlagsereignis, dass Ende Juni in Sotschi, Russland stattfand, untermauert die Ergebnisse der Studie

Modellierte Niederschläge

Niederschlagsmengen (über 24 Std. vom 6.-7. Juli 2012) in einer Simulation mit beobachteten Meeresoberflächentemperaturen (a) und solchen, die für die frühen 80iger Jahre typisch sind (b). Das schwarze Kreuz markiert die Stadt Krymsk, die dicke schwarze Kontur markiert die Küstenlinie, die dünnen schwarzen Konturen sind Höhenlinien im Abstand von 150 Metern, Grafik: GEOMAR.

Dass die Temperaturen auf unserem Planeten ansteigen, ist kein Geheimnis. Besonders die steigenden Emissionen von Treibhausgasen heizen die Atmosphäre weiter auf. Die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf den Wasserkreislauf sind bisher nur unzureichend verstanden. Besonders unsicher ist, wie sich die Stärke extremer Sommergewitter infolge des Klimawandels verändert hat und weiter verändern könnte. In Küstenregionen warmer Meere kann die Meeresoberflächentemperatur eine entscheidende Rolle für die Stärke von Sommergewittern spielen. Das östliche Mittelmeer und das Schwarze Meer haben sich seit den 1980iger Jahren um etwa zwei Grad erwärmt. Unter Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel untersuchten russische und deutsche Wissenschaftler in einer aktuellen Studie, welchen Einfluss diese Meereserwärmung auf Extremniederschläge gehabt hat.

„Als Beispiel diente uns ein Starkniederschlagereignis aus dem Juli 2012, dass in der Schwarzmeerstadt Krymsk (Russland) zu einer der stärksten Überschwemmungen mit 172 Toten geführt hat“, erläutert Edmund Meredith, Hauptautor der Studie. „Wir haben eine Reihe von Simulationen des Ereignisses mit einem sehr hochauflösenden Atmosphärenmodell benutzt, um die Auswirkungen der steigenden Meeresoberflächentemperaturen auf die Entstehung starker konvektiver Stürme, die oft mit extremen Regenfällen verbunden sind, zu untersuchen“, so Meredith weiter. Der Vergleich von Simulationen mit fiktiven kühleren Meeresoberflächentemperaturen, wie sie in den 1980er Jahren vorgeherrscht haben, mit solchen mit den tatsächlichen warmen Bedingungen zeigt eine Steigerung der Niederschlagsintensität um 300%. „Wir konnten hier eine sehr deutliche Veränderung identifizieren, die zeigt, dass konvektive Niederschläge eine starke, nichtlineare Reaktion auf Temperaturänderungen zeigen“, fügt Prof. Dr. Douglas Maraun, Leiter der Studie, hinzu.

Ende Juni 2015 gab es in der Olympiastadt Sotschi, nicht weit von Krymsk ebenfalls am Schwarzen Meer gelegen, außerordentlich heftige Niederschläge. Dieses Ereignis, bei dem 175 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb von 12 Stunden gemessen wurden, zeigt, wie relevant die Arbeit der Kieler Meeresforscher ist. „Über dem gesamten östlichen Mittelmeer und Schwarzen Meer ist die Atmosphäre durch die Meereserwärmung deutlich instabiler geworden. Wir rechnen deshalb damit, dass Ereignisse wie in Krymsk oder Sotschi in Zukunft häufiger auftreten.“, so der Kieler Klimaforscher. Infos: www.geomar.de.

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