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Rubrik: Umwelt

Naturschutzverbände fordern Schutz des Roten Thun

Dienstag, 8. September 2009, 07:22

Das Fischereiministerium muss Flagge zeigen: Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner CSU gerät aufgrund ihrer unentschlossenen Haltung zum Schutz des Roten Thunfischs im Mittelmeer stark in die Kritik

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner CSU, Foto: WWF, © Arnold Morascher

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner CSU, Foto: WWF, © Arnold Morascher

In einem offenen Brief fordern die Umweltstiftung WWF und zwölf weitere Naturschutzorganisationen Ilse Aigner auf, den Antrag zur Listung des Roten Thuns im Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES auf EU-Ebene endlich zu unterstützen. Derzeit drohe das Votum für ein weltweites Handelsverbot an ungeklärten Positionen zwischen Fischerei- und Umweltministerium zu scheitern.

Der Rote Thun – auch Blauflossenthunfisch genannt – wird seit Jahrzehnten überfischt, mittlerweile gilt er im Mittelmeer als vom Aussterben bedroht. „Wir erwarten, dass Deutschland sich aktiv und mit starker Stimme für den Schutz des Königs der Meere ausspricht. Es wäre skandalös, wenn dieser Schutzantrag aufgrund von Kompetenzdebatten in der deutschen Politik und einer Stimmenthaltung scheitern würde," sagte Karoline Schacht, Fischerei-Expertin des WWF. Das Fischereiministerium könne mit seiner Stimme verhindern, dass es zur Auslöschung dieser Art kommt und den Weg ebnen für eine zukunftsfähige und nachhaltige Fischerei auf Roten Thun. Dieser Verantwortlichkeit gegenüber der Artenvielfalt und kommenden Generationen von Fischern gelte es auch in Zeiten des Wahlkampfs gerecht zu werden.

Der offene Brief der Naturschutzverbände kritisiert die momentane Position Deutschlands bei der europaweiten Abstimmung über ein internationales temporäres Handelsverbot für den Roten Thun: „Weil aber die Enthaltung Deutschlands letztendlich der  Thunfischindustrie in die Hände spielt und das Überleben dieser Art gefährdet, ist eine aktive Unterstützung der CITES-Listung dringend notwendig." Nur ein Handelsverbot gewähre dem Roten Thun eine Chance auf Erholung und sei nötig, da das bisherige Fischereimanagement versagt habe.

Das Fürstentum Monaco legte im Juli 2009 den Schutzantrag für Roten Thun zur Abstimmung in der EU vor. Seitdem ist es ausdrücklich unterstützt worden von Großbritannien, den Niederlanden, Österreich, Polen und sogar Frankreich als der größten Thunfisch-Fangnation Europas. Auch das deutsche Bundesumweltministerium hat Unterstützung signalisiert, ist aber in der finalen Abstimmung auf eine gemeinsame Regierungsposition angewiesen. Als größter Gegner eines Handelsverbots nach CITES gelten Spanien, Malta und Japan. Infos: www.wwf.de.

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