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Sea Explorers

Rubrik: Szene

Neue Meeresbewohner aus Norwegen für das Ozeaneum

Dienstag, 12. Juni 2012, 07:54

Am vergangenen Sonntagmittag ist im Ozeaneum Stralsund ein Tiertransport aus Norwegen mit Laierfischen, Seeteufeln, verschiedenen Seesternarten und Weichkorallen wohlbehalten eingetroffen. Seit zwei Wochen war das Tauchteam auf Fangreise in Norwegen bei Alesund unterwegs, um marine Lebewesen für die Kaltwasser-Aquarien in Stralsund zu sammeln

Henning-May

Henning May ist Taucheinsatzleiter im Ozeaneum und testete in Norwegen erstmals Scooter zum Überbrücken langer Distanzen, um zum Beispiel einen Laierfisch zu fangen, Foto: Christian Howe

Um die gewünschten Tiere zu finden, müssen die Taucher teilweise sehr weite Strecken unter Wasser zurücklegen. Dafür kamen erstmals Scooter zum Einsatz, die die Taucher über die nötigen Distanzen zogen. So konnte Atemgas gespart und größere Flächen abgesucht werden.

„Im Vergleich zu tropischen Aquarien gibt es für Kaltwasseraquaristik kein dichtes Händlernetz, so dass für unseren Bedarf neben Kooperationen mit lokalen Fischern und anderen Aquarien mindestens einmal im Jahr eine Fangreise nötig ist", sagt Alexander von den Driesch, Teamleiter im Aquarium des Ozeaneums. Er hat die Reise geplant, den Bedarf an Tieren geprüft und die nötigen Genehmigungen eingeholt. Das Tauchteam reiste im Lauf der vergangenen Jahre bereits fünf Mal nach Norwegen. Inzwischen hat es dort feste Spots, um auf die Suche nach potentiellen Aquarienbewohnern zu gehen. Ein Fund bedeutet jedoch noch lange keinen Fang. Einmal aufgeschreckt, können z. Bsp. Laierfische blitzschnell fliehen. Die Taucher müssen mit ihren Keschern sehr schnell reagieren.

Die Fangmethode mit dem Kescher hat sich als besonders schonend bewährt. So bleiben die Tiere unversehrt und können später im Aquarium gezeigt werden. Für den 20-stündigen Transport nutzt das Team eine ausgefeilte Logistik mittels Kühltransporter inklusive Sauerstoffzufuhr. In Stralsund angekommen, übernahm ein achtköpfiges Aquaristik-Team die Tiere aus Norwegen. Während eines dreiwöchigen Aufenthalts in der Quarantäne werden vom Froschdorsch bis zur Seedahlie alle Neuzugänge von möglichen Parasiten befreit und an PH-Wert, Wassertemperatur und Salzgehalt der Schaubecken des Ozeaneums gewöhnt. In den Sommerferien ist der neue Besatz dann im Museumsrundgang zu sehen. Die Taucher selbst wurden am Montag zurück in Stralsund erwartet. Infos: www.ozeaneum.de.

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