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Rubrik: Biologie

Neue Mondfisch-Art entdeckt

Mittwoch, 2. August 2017, 09:32

Ein internationales Forscherteam um die Doktorandin Marianne Nyegaard von der Murdoch University (Australien) hat eine neue Mondfisch-Art entdeckt und diese „Hoodwinker Sunfish“ bzw. „Mola tecta“ getauft – das englische Verb „hoodwink“ bedeutet „täuschen“, „tecta“ stammt aus dem Lateinischen und heißt „versteckt“

Mondfisch

Mondfisch „Hoodwinker Sunfish“ (Mola tecta), Foto: © Buceando Chile

Marianne Nyegaard entdeckte die neue Spezies bei der Untersuchung der Populationsgenetik von Mondfischen im Indopazifik. Mondfische sind die größten Knochenfische. Einige Arten erreichen ein Gewicht von über zwei Tonnen und eine Länge von mehr als drei Metern – so wohl auch die neu entdeckte Art „Mola tecta“.

Mondfisch

Mondfisch „Hoodwinker Sunfish“ (Mola tecta), Foto: © César Villarroel, ExploraSub

„Eine japanische Forschergruppe fand vor zehn Jahren genetische Beweise für eine unbekannte Mondfisch-Art in australischen Gewässern. Niemand aber wußte, wie diese neue Art aussah. Die Suche nach diesen Fischen und die Konservierung der Tiere sind allein aufgrund ihrer enormen Größe ein logistischer Albtraum", so Nyegaard.

Über einen Zeitraum von drei Jahren sammelte sie Daten von 27 Exemplaren der neuen Spezies. Dafür musste sie manchmal Tausende von Kilometern reisen, zu Tieren, die an abgelegenen Stränden gestrandet waren.

Die Forscher um Nyegaard haben alte Quellen bis zurück ins 15. Jahrhundert studiert, um Hinweise auf die jetzt entdeckte Art in alten Schriften zu finden. In manchen dieser Texte tauchten neben den Mondfischen auch Seeungeheuer auf.

„Der jetzt entdeckten Art gelang es, für fast drei Jahrhunderte der Entdeckung zu entgehen, zum Teil weil die Fische so schwer zu konservieren und zu studieren sind – auch für Naturhistorische Museen. Die Wissenschaft wurde von dieser frechen Spezies immer wieder ausgetrickst, deshalb haben wir die Art Mola tecta (Hoodwinker Sunfish) genannt – abgeleitet von dem lateinischen ‚tectus', das ‚versteckt' bedeutet", so Nyegaard.

Ähnlich wie bei den beiden Schwesterarten Mola mola und Mola ramsayi hat die neue Art das charakteristische, abgeschnittene Aussehen eines halben Fisches, aber die Unterschiede zwischen den drei Arten werden mit ihrem Wachstum deutlich.

Untersuchung eines Mola tecta

Untersuchung eines Mola tecta im Labor – Marianne Nyegaard, Dr. Etsuro Sawai, Andrew Stewart (v.l.n.r.), Foto: © Salme Kortet

Die neue entdeckte Art Mola tecta bleibt auch in größeren Größen schlank und unterscheidet sich von den anderen Arten dadurch, dass sie keine vorspringende Schnauze entwickelt.

Mola tecta scheint kaltes Wasser zu bevorzugen und wurde bisher in Neuseeland, an der Südostküste Australiens, vor Südafrika und Südchile gesichtet.

Die Forscher haben die neue Art in einer kürzlich im Zoological Journal of the Linnean Society veröffentlichen Studie beschrieben.

Infos: www.murdoch.edu.au.

Link zur Studie: https://academic.oup.com/zoolinnean/…/Hiding-in-broad-daylight-molecular.

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