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Sea Explorers

Rubrik: Biologie

Ozeanversauerung macht Kegelschnecken hyperaktiv

Dienstag, 7. Februar 2017, 14:15

Kegelschnecken sind zu ungeschickt, ihre Beute zu fangen, wenn sie den Niveaus der Ozeanversauerung ausgesetzt werden, die für den vorhergesagten Klimawandel erwartet werden. So das Ergebnis einer neuen Studie australischer Wissenschaftler, die jetzt in der Fachzeitschrift Biology Letters veröffentlicht wurde

Kegelschnecke

Kegelschnecke auf der Jagd, Foto: © ARC Centres for Excellence for Coral Reef Studies

Die Studie von Wissenschaftlern des ARC Centres for Excellence for Coral Reef Studies an der James Cook University zeigt die Auswirkungen, die steigende Kohlendioxid-Konzentrationen auf die auf die Nahrungskette im Ozean haben könnte.

„Wir haben herausgefunden, dass das Kohlendioxid (CO2) die Kegelschnecken hyperaktiv machte", so Sue-Ann Watson, Mitautorin der Studie. „Aber trotz dreimal schnellerer Bewegung als normal fingen sie weniger Beute. Sie schlängelten sich, statt sich heimlich zu bewegen und sich an ihre Beute anzuschleichen. "

KegelschneckeAngreifende KegelschneckeKegelschnecke

Kegelschnecken verstecken sich in der Regel im Sand, um ihre Beute zu überraschen. Sie harpunieren ihre Beute mit einem äußerst starken Gift, das auch für Menschen tödlich sein kann.

Die Wissenschaftler setzten Kegelschnecken aus der Umgebung von Lizard Island im Great Barrier Riff zusammen mit der Kegelschnecke-Delikatesse Buckel-Flügelschnecke (Gibberulus gibberulus) in ein Behälter. Nur zehn Prozent der Kegelschnecken schafften es unter erhöhten CO2-Werten, ihr Abendessen zu fangen. Bei der Vergleichsgruppe, die unter normalen Bedingungen gehalten wurden, waren 60 Prozent der Schnecken erfolgreich.

„Wir wissen bereits, dass die Ozeanversauerung Schneckenschalen schwächen kann, und unsere aktuelle Forschung zeigt, dass die Versauerung auch die Energieniveaus der Schnecken durch die Erhöhung der Aktivität beeinflussen kann, während sie gleichzeitig ihre Nahrungsaufnahme verringert", so Professor Philip Munday.

Frühere Arbeiten von Dr. Watson haben gezeigt, dass das Verhalten der Beute der Kegelschnecke, wie Buckel-Flügelschnecken, durch steigende CO2-Werte verändert wird. Die aktuelle Studie zeigt nun, dass auch das Raubtierverhalten beeinträchtigt wird.

„Da sich unter diesen Bedingungen das Verhalten der Arten verändert, kann auch die Beziehung zwischen Raubtier und Beute verändern. Die Ergebnisse der Studie könnten Auswirkungen auf Nahrungsketten über Kegelschnecken und ihre Beute haben. "

„Marine Schnecken und andere Weichtiere sind für die Nahrungskette im Ozean wichtig und zugleich eine wichtige Ressource für den Menschen. Wenn ihr Verhalten sich ändert, könnte dies einen Effekt in der Nahrungskette haben, dessen Veränderungen auch potenzielle Auswirkungen auf kommerziell wichtige Meeresfrüchte nach sich ziehen könnte", so Dr. Watson.

Infos: www.coralcoe.org.au.

Link zur Studie: http://rsbl.royalsocietypublishing.org/content/13/2/20160797.

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