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Rubrik: Wissenschaft

„Poseidon" bringt Kaltwasserkorallen für Experimente nach Kiel

Samstag, 1. Oktober 2011, 07:41

Das Forschungsschiff „Poseidon" ist mit Kaltwasserkorallen aus Norwegen an Bord in seinen Heimathafen Kiel zurückgekehrt. In den Laboren des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) werden jetzt Langzeitexperimente vorbereitet. Sie sollen zeigen, wie die Korallen auf den Klimawandel reagieren

Korallenentnahme

Janina Büscher und Dr. Armin Form entnehmen Proben aus "Jagos" Sammelkorb, Foto: Maike Nicolai, IFM-GEOMAR

Als kalkbildende Organismen sind Kaltwasserkorallen besonders von den Folgen der Ozeanversauerung bedroht – dem Absinken des pH-Werts durch die Aufnahme von anthropogenem Kohlendioxid im Meerwasser. Forscher des IFM-GEOMAR möchten Erkenntnisse darüber gewinnen, wie die Blumentiere auf diese Veränderungen in der Ozeanchemie sowie auf einen Anstieg der Wassertemperatur reagieren. Dazu haben sie während der Ausfahrt „P420" (8. bis 30. September 2011) mit dem Forschungsschiff „Poseidon" und dem Tauchboot „Jago" vor der norwegischen Küste geeignete Proben gesammelt.

„Dass wir trotz teils widriger Wetterbedingungen und anfänglicher technischer Schwierigkeiten so schöne Korallenstöcke bergen konnten, stimmt uns optimistisch", zieht Fahrtleiter Dr. Armin Form Bilanz. Der Kieler Meeresbiologe richtet jetzt mit seiner Arbeitsgruppe im Labor verschiedene Versuchskreisläufe ein. „In unseren Aquarien simulieren wir Bedingungen, wie sie in den kommenden Jahrzehnten für den Lebensraum der Kaltwasserkorallen zu erwarten sind." Erste Ergebnisse erwarten die Wissenschaftler im Sommer 2012.

Neben der gezielten Probennahme erstellten die Teilnehmer der „Poseidon"-Expedition auch Filme und Fotos von den Riffen am Sula-Rücken und nahe der Insel Nord-Leksa an der Mündung des Trondheimfjords. Mit Wasserschöpfern und Mess-Sonden erfassten sie regelmäßig Temperatur sowie Salz-, Kohlenstoff- und Stickstoffgehalt. Konservierte Wasserproben werden in den Kieler Laboren außerdem auf ihren Gehalt an Spurenelementen untersucht. Den Blick in die Vergangenheit eröffnen Analysen an den Kalkskeletten einzelner Korallen, aber auch die ihrer assoziierten Organismen wie etwa Muscheln und Foraminiferen.

„So können wir nicht nur den Ist-Zustand detailliert darstellen, sondern auch das bisherige Wachstum der Korallenriffe rekonstruieren und ablesen, welche Umweltbedingungen im Laufe ihrer Entwicklung herrschten", erklärt Form. „In Kombination mit den Laborexperimenten lässt sich dann abschätzen, wie Kaltwasserkorallen auf die zukünftigen Veränderungen reagieren könnten." Infos: www.ifm-geomar.de.

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