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Rubrik: Biologie

Riffhaie bevorzugen mundgerechte Happen

Freitag, 22. April 2016, 12:06

Haie haben den Ruf, einen unersättlichen Appetit zu haben. Jetzt zeigt eine neue Studie, dass die meisten Riffhaie Beute fressen, die kleiner als ein Cheeseburger ist

Schwarzspitzen-Riffhai

Riffhaie, wie dieser Schwarzspitzen-Riffhai, fressen typischerweise kleine Fische, Muscheln und Krustentiere, Foto: © Simon Gingins

Dr. Ashley Frisch, der Hauptautor der Studie, gibt an, dass das, was man am häufigsten findet, wenn man einem Riffhai den Magen auspumpt, um dessen letze Mahlzeit zu analysieren sei: nichts. Forscher der James Cook University ARC Centre of Excellence für Korallenriff-Studien haben jetzt den Mageninhalt von Riffhaien untersucht und chemische Analysen des Körpergewebes der Haie durchgeführt, um herauszufinden, was sie gefressen hatten.

„Wir waren überrascht, eine breite Palette kleiner Beutetiere wie Fische, Muscheln, Seeschlangen und Krabben zu finden und mehr als oft eben gar nichts. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Riffhaie kleine Mahlzeiten fressen – selten und opportunistisch", so Dr. Frisch.

Um zu verstehen, was die Haie über einen längeren Zeitraum fraßen, analysierten die Forscher das Körpergewebe der Haie.

Weißspitzen-Riffhai

Weißspitzen-Riffhai, Foto: © Simon Gingins

„Obwohl die Schwarzspitzen-, Weißspitzen- und Grauen Riffhaie sind seit langem als Top-Räuber galten, fanden wir heraus, dass die chemische Struktur des Körpergewebes der Haie eng mit der großer Rifffische wie etwa der von Zackenbarschen, Schnappern oder Kaiserfischen übereinstimmte. Dieses Ergebnis zeigt uns, dass Riffhaie und große Fische eine ähnliche Ernährung haben, aber sie fressen einander nicht. Anstatt also große Fische zu fressen, fressen Riffhaie wie große Fische", so Dr. Frisch.

Zu verstehen, wer im Korallenriff wen frisst, ist wichtig für die Wissenschaft. Nur so können die Forscher verstehen, wie sich Veränderungen in einer Riffpopulation auf eine andere auswirkt.

Der Co-Autor der Studie, Dr. Justin Rizzari, betont, dass die neuen Erkenntnisse einen neuen Einblick in das Funktionieren der Nahrungsketten in Korallenriffen erlauben. Offensichtlich stehen große, auffällige Räuber nicht immer an der Spitze der Nahrungskette. „Wir wissen jetzt, dass Riffhaie ein wichtiges Glied in der Nahrungskette sind, aber sie sind nicht das letzte Glied in der Kette. In den meisten Fällen sind die Top-Räuber Tigerhaie, Hammerhaie, oder Menschen „, so Dr. Rizzari.

Infos: www.coralcoe.org.au.

Link zur Studie: http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00338-016-1415-2.

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