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Rubrik: Wissenschaft

Schmelzwassertümpel in der Arktis produzieren Nährstoffe

Dienstag, 26. September 2017, 16:05

In der Arktis entstehen jedes Jahr Schmelzwassertümpel und -seen, in denen Schnee und Meereis am Ende des Winters schmelzen. Infolge der globalen Erwärmung nehmen Anzahl und Größe der Schmelzwasserteiche mit jedem neuen Jahr zu

Schmelzwassertümpel

Schmelzwassertümpel in der Arktis, Foto: © Birgitte Svennevig/University of Denmark

Die Schmelzwassertümpel bringen dem Eis und dem darunter befindlichen Wasser mehr Licht und Wärme und besitzen eigene Ökosysteme, bestehend aus Algen und Bakterien. Eine aktuelle Studie, die jetzt in der Zeitschrift Polar Biology veröffentlicht wurde, befasst sich damit, wie diese Schmelzwassertümpel Nahrungsquelle für marine Lebewesen sein können. Autorin der Studie ist Heidi Louise Sørensen, die im Rahmen ihrer Doktorarbeit an der Universität Süddänemark (SDU) eine Reihe von Schmelzwassertümpeln Nordostgrönland untersucht hat.

Im Sommer, wenn das Meereis schmilzt, werden die Algen und andere Organismen der Schmelzwasserteiche in den Ozean freigesetzt. Dort dienen sie anschließend marinen Organismen, die auf den verschiedenen Ebenen der Wassersäule leben, als Nahrungsquelle. In den oberen Schichten des Ozeans sind dies Krill und Ruderfußkrebse, auf dem Meeresgrund sind es vor allem Seegurken und Seesterne.

Seit einiger Zeit haben sich die Wissenschaftler gefragt, warum einige Schmelzwassertümpel viele Organismen beherbergen, die in ihnen leben, während in anderen keine Organismus vorhanden sind. Die Forscher entdeckten, dass dies am Vorhandensein von Nährstoffen wie Phosphor und Stickstoff liegt. Diese Nährstoffe ermöglichen, dass ganze Algen- und Mikroorganismengemeinschaften gedeihen können.

Es gibt mehrere Wege, wie Nährstoffe in einen Schmelzteich gelangen können: indem es durch Wellen von Meerwasser eingespült wird, von Staubstürmen vom Festland her transportiert wird, bei Regen zusammen mit Erde von der Küste auf das Eis gespült wird oder von Vögeln und/oder größeren Tieren, die auf dem Eis leben und Nährstoffe dort zurücklassen/ausscheiden.

Der Klimawandel bringt der Arktis mehr Stürme und Niederschläge. Dies führt dazu, dass mehr Nährstoffe in die Schmelzwasserteiche freigesetzt werden. So kann die Zunahme der Bereiche der Schmelzteiche auch zu einer höheren Produktivität im Pflanzen- und Tierleben in den arktischen Meeren beitragen, erklärt Professor Ronnie N. Glud vom Institut für Biologie an der SDU.

Link zur Studie: http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00300-017-2082-7.

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