TauchJournal - abtauchen im netz
RSS-Feed TauchJournal aud Facebook
» News » Umwelt » Schutz für die Hohe See verdoppelt
Sea Explorers

Rubrik: Umwelt

Schutz für die Hohe See verdoppelt

Samstag, 30. Juni 2012, 11:49

Die Tiefsee des Atlantiks wird unter erweiterten Schutz gestellt: Zusätzliche 180.000 Quadratkilometer über dem nördlichen Mittelatlantischen Rücken, einer unterseeischen Bergkette, die sich von Island bis zu den Azoren erstreckt, werden als Meeresschutzgebiet ausgewiesen

Buckelwal

Buckelwal (Megaptera novaeangliae), Foto: © Wim VAN PASSEL/WWF-Canon

Das haben die 15 Staaten des Oslo-Paris-Abkommens (OSPAR) zur Bewahrung des Nordost-Atlantik am Freitag zum Ende einer Konferenz in Bonn bekannt gegeben. Die Meeresregion gilt als ökologisch besonders wertvoll und artenreich. Seltene und bedrohte Tiefseehaie finden hier Rückzugsgebiete. Weil sich hier kalte Strömungen aus dem Norden mit warmen aus dem Süden vermischen, sind die Gewässer besonders planktonreich. Wale und Seevögel finden hier auf ihren langen Wanderungen reichlich Nahrung. „Das ist ein Riesenerfolg für den Meeresschutz. Insgesamt ist der ausgewiesene Schutzgebietskomplex auf der Hohen See nun größer als die Ostsee", freut sich Stephan Lutter, Meeresschutzexperte des WWF. „Es beweist, dass sich Naturschutz in internationalen Gewässern und die legitimen Interessen der Küstenstaaten vereinbaren lassen." Zwei Jahre war über die Ausweitung von 290.000 auf 470.000 Quadratkilometer Schutzfläche auf der Hohen See verhandelt worden.

Für den WWF ist die Ausweisung des Gebiets allerdings erst der Anfang. Fischerei mit zerstörerischen Grundschleppnetzen ist in der Region durch die zuständige Fischereibehörde bereits weitgehend verboten worden. „OSPAR muss jetzt sicherstellen, dass auch die Bedrohungen durch Tiefseebergbau und Schifffahrt in den Schutzzonen eingeschränkt werden", fordert Lutter.

Der Meeresschutzexperte warnt gleichzeitig vor der Umweltgefahr, die von nuklearen Abfällen ausgeht, die seit den 50er Jahren an mehreren Stellen im Atlantik verklappt wurden. Der Müll lagert noch immer in mehreren Tausend Metern Tiefe zwischen dem mittelatlantischen Rücken und der europäischen Küste. „Die Behörden dürfen vor dem gefährliche Erbe nuklearer Altlasten am Meeresboden nicht länger die Augen verschließen" sagt Lutter. OSPAR müsse prüfen, in welchem Zustand die Behälter nach Jahrzehnten auf dem Meeresgrund sind. „Falls radioaktive Substanzen in tiefen Wasserschichten austreten, könnten diese sich über die Strömungen verteilen und Eingang in die Nahrungsketten der Tiefseelebenwesen finden." Seit Mitte der 90er Jahre ist das Verklappen von radioaktiven Substanzen im Meer durch regionale und globale Abkommen untersagt. Infos: www.wwf.de.

Schlagwörter: , ,

Kurzlink:


TauchJournal-News per Mail abonnieren

RSS-Feed abonnieren RSS-Feed

Diesen Artikel weiterempfehlen:

ANZEIGE Mares

Klimawandel bedroht die schönsten Plätze der Erde

Sonntag, 19. November 2017, 10:18

Laut eines von der Weltnaturschutzunion IUCN auf der UN-Weltklimakonferenz in Bonn, Deutschland, veröffentlichten Berichts ist die Anzahl der vom Klimawandel bedrohten Weltnaturerbestätten in nur drei Jahren von 35 auf 62 gestiegen, wobei Klimawandel die am schnellsten wachsende Bedrohung ist Der Bericht „IUCN World Heritage Outlook 2“ – der Nachfolgebericht des „IUCN World Heritage Outlook von 2014“ – bewertet zum ersten Mal, inwiefern sich die Aussichten für die Erhaltung aller 241...

... mehr »

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.