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Rubrik: Umwelt

Schwimmen mit Delpinen: Delphinquälerei im Roten Meer

Donnerstag, 7. Dezember 2017, 09:25

Das Schwimmen mit Delphinen im Roten Meer gefährdet das Überleben der Meeressäuger, warnt die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) aus München. Besonders in touristisch beliebten Ausflugsgebieten vor Hurghada und beim Sataya-Riff ist die Situation, trotz klarer Regelungen, außer Kontrolle

Von Touristen und Zodiac eingekreister Delphin

Von Touristen und Zodiac eingekreister Delphin, Foto: © DWA

„Es ist absehbar, dass Delphine hier allein wegen hemmungsloser Profitgier von Touranbietern aus ihren Lebensräumen vertrieben werden“, erklärt GRD-Biologe Ulrich Karlowski. Die GRD appelliert daher dringend an alle Reisenden, die einen Ausflug zu den Delphinen im Roten Meer planen, auf keinen Fall mit den Tieren zu schwimmen und stattdessen auf Dolphin-Watch-Touren auszuweichen.

Touristen und Delphine

Touristen schwimmen auf ruhende Delphine zu:, Foto: © M.Fumagalli/HEPCA

Delphine werden gejagt, eingekreist, von Bootspropellern verletzt
​Es ist durchaus üblich, dass sich 30 oder mehr Touristenboote gleichzeitig bei den Delphinen aufhalten, die sich, von der nächtlichen Jagd zurückkehrend, zum Ruhen und Schlafen in seichte Gebiete und Halblagunen zurückziehen. Die Tiere werden von den Booten und Begleit-Zodiacs eingekreist. Sie werden unter Wasser während ihrer Schlafphase von herabtauchenden Guides aufgestöbert und von unzähligen im Wasser befindlichen, johlenden Touristen verfolgt und angefasst.

Die Folgen sind dramatisch. Die Tiere vernachlässigen ihren Nachwuchs, kommen kaum noch zur Ruhe und verschwenden wertvolle Energie und Zeit beim Versuch, den Booten zu entkommen. Sie sind zunehmend erschöpft, ruhelos und stehen unter enormem Stress. Propeller von dicht an sie heranfahrenden Zodiacs zerfetzen ihren Rückenbereich. „Mit nachhaltigem, naturverträglichem Tourismus oder Naturtourismus haben diese Ausflüge nichts gemein“, sagt Ulrich Karlowski.

Schwimmer bedrängen Spinnerdelphine

Schwimmer bedrängen Spinnerdelphine, Foto: © Sylvan Oehen

FTI Touristik und DER Touristik zeigen sich verantwortungsbewusst gegenüber dem Leid der Delphine
​Verantwortungsbewusste Veranstalter wie FTI Touristik und DER Touristik gehen mit gutem Beispiel voran. Sie bieten ihren Kunden keine Ausflüge zum Schwimmen mit Delphinen bei Hurghada an. „Unternehmen wie die TUI oder Thomas Cook ummanteln sich zwar mit hübsch tönenden Nachhaltigkeitsstrategien und proklamieren ihre hohe Verantwortung gegenüber der Umwelt. Wenn es aber ans Eingemachte, an den konkreten Schutz von Tieren vor Leiden und Schäden geht, dann zeigt sich, dass es den Konzernen nur um schöne Worte und um ihren Profit und nicht um nachhaltiges Handeln geht“, betont Karlowski.

Erstmals in Ägypten: Regularien für nachhaltige und tierverträgliche Delphin-Mensch-Begegnungen​
Im Kontext des von der GRD unterstützten Projekts „Delphinschutz im Roten Meer“ wurden im vergangenen Jahr erstmals in Ägypten Regularien für nachhaltige und tierverträgliche Delphin-Mensch-Begegnungen eingeführt. Neben einem für alle Anbieter verbindlichen „Code of Conduct“ wurden Schutz- und Ruhezonen eingerichtet und mit Bojen markiert, Workshops und Schulungen für Skipper und Anbieter durchgeführt und es finden Kontrollen von Rangern des Nationalparks statt. Doch leider scheitern diese Maßnahmen an der Umsetzung und am völlig uneinsichtigen Verhalten der Touranbieter.

Die GRD hat die TUI und Thomas Cook aufgefordert, das Angebot derartiger Delphinausflüge gleichfalls einzustellen und sich für ein Ende der Delphinquälerei im Namen eines angeblichen „Naturerlebnisses“ einzusetzen.

Weitere Infos: www.delphinschutz.org/projekte/delfinschutz-im-roten-meer.

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