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Rubrik: Biologie

Seltene Walart vor Madagaskar erstmals gefilmt

Freitag, 6. November 2015, 09:00

Vor der Küste von Madagaskar untersuchten, filmten und fotografierten Forscher einen Wal, über den bisher sehr wenig bekannt ist: den Omurawal



Omurawal

Omurawal vor Madagaskar, Foto: Salvatore Cerchio et al. / Royal Society Open Science (Royal Society Open Science) [CC BY 4.0], via Wikimedia Commons

Jahrelang war der Omurawal (Balaenoptera omurai) mit einer anderen Art, dem Brydewal, verwechselt worden. Erst im Jahr 2003 zeigten genetische Untersuchungen, dass es sich bei dem Omurawal um eine eigene Art handelt. Diese wurde nie wirklich in der freien Natur untersucht, so dass man fast nichts über diese „neue“ Walart wusste. Eine neue Studie bringt jetzt erste Erkenntnisse. Wissenschaftler haben die Wale vor der Küste Madagaskars beobachtet.

Die Studie

Zwei Jahre lang haben die Forscher 44 Gruppen von Omurawalen untersucht und Hautproben von 18 erwachsenen Walen gesammelt. Auf der Grundlage dieser Biopsien konnte zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass es sich tatsächlich um Omurawale handelte. Untersucht und beobachtet wurden zudem vier Muttertiere mit ihren Kälbern. Auch der Gesang der Wale wurde aufgezeichnet, der laut den Forschern eine Rolle bei der Fortpflanzung spielt.

Madagaskar

Was überrascht, ist, dass die Forscher vor der Küste von Madagaskar Omurawale bobachten konnten: „Die wenigen Informationen, die wir über ihren Lebensraum haben, lassen vermuten, dass sie eigentlich nicht in diesem Teil des Indischen Ozeans leben", so der Forscher Salva Cerchio von der Woods Hole Oceanographic Institute, einer der Autoren der Studie.

Obwohl die Forscher zu einigen neuen Erkenntnissen über die Wale gelangten, bleiben noch viele Fragen offen. So ist etwa nicht bekannt, wie viele Omurawale es gibt und ob diese Art bedroht ist oder nicht. Die Population vor der Küste von Madagaskars scheint klein zu und ziemlich isoliert zu sein. Darauf weist eine begrenzte genetische Vielfalt der untersuchten Wale hin, so dass zumindest diese Population als gefährdet gilt. Weitere Forschungen vor Madagaskar und anderswo könnten tiefere Einblicke in Lebensweise und Verbreitung der Omurawale gewähren.

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