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Rubrik: Umwelt

Sind die Ostsee-Delphine „Selfie" und „Delfie" in Gefahr?

Freitag, 26. Februar 2016, 11:36

Seit einigen Wochen erfreuen die beiden auf die Namen „Selfie" und „Delfie" getauften Delphine Bewohner und Touristen an der deutschen Ostseeküste. Zur Zeit halten sie sich in der Flensburger Förde auf. Davor sorgten sie im Warnemünder Seekanal bei Rostock und im Jachthafen des Ostseebads Grömitz bei Travemünde für reichlich Aufregung. Ihre Namen erhielten sie übrigens in Schweden, wo sie vor Kalmar den letzten Sommer verbrachten

Delphin in der Flensburger Förde

Einer der Delphine in der Flensburger Förde, Foto: Michael Schulze/GRD

Die beiden Großen Tümmler locken mit ihren Sprüngen und ihrer puren Lebensfreude Kajakfahrer, Delphin-Fans und Wassersportler aufs kalte Wasser und an die Uferpromenade und zeigen beim Kontakt mit den Menschen keinerlei Scheu.

Diese spielerische Neugier mit der Delphine mit einer anderen Art friedlich und ganz ohne Scheu „Kontakt" aufnehmen macht ihre eigentliche Faszination aus. Natürlich ist nicht jeder einzelne Delphin so gesellig, doch wurde ähnliches Verhalten bei Großen Tümmlern auch schon in anderen Gebieten der Welt beobachtet. Immer wieder kann man es in freier Wildbahn erleben, wie Delphine in den Bugwellen kleiner und großer Schiffe, aber auch in denen von Bartenwalen schwimmen – eine energiesparende Weise des Weiterkommens, die ihnen vielleicht auch noch viel Spaß bereitet.

Delphine sind in Deutschland streng geschützt
Große Tümmler gelten in deutschen Gewässern als ausgestorben, sie schauen lediglich noch als „Gäste" vorbei. Sie sind in Deutschland, wie alle anderen Klein- und Großwale gesetzlich geschützt. Das heißt, sie dürfen nicht absichtlich getötet, verletzt oder belästigt werden. Grundsätzlich sind die Überlebenschancen für die beiden „Gäste" in der Ostsee sehr gut, da reichlich Hering vorhanden ist.

Sind sie auf der Suche nach Sozialkontakten?
Vielleicht suchen „Selfie" und „Delfie" sich aus Mangel an Artgenossen andere „Spielkameraden", vielleicht sind es einfach auch nur zwei besonders kontaktfreudige Exemplare. Auf den im Internet kursierenden Bildern und Videoaufnahmen ist zu sehen, dass die Kontaktaufnahme von den Delphinen ausgeht und nicht vom Menschen.

Beeinträchtigung oder Gefährdung derzeit nicht erkennbar
„Eine Störung oder Belästigung der Tiere ist derzeit nicht erkennbar", erklärt der GRD-Biologe Ulrich Karlowski. „Sollten sich die beiden entschließen, auch die wärmere Jahreszeit an der deutschen Küste zu verbringen, werden Maßnahmen zu ergreifen sein, die die Meeressäuger vor zu viel menschlicher, vor allem rücksichtsloser Neugier schützen."

In einem Infoblatt (PDF-Datei) formuliert die GRD allgemeine Verhaltensregeln zum Umgang mit Delphinen und Walen, die eben auch für das Zusammentreffen mit „Selfie" und „Delfie" gelten und unbedingt beachtet werden sollten.

Infos: www.delphinschutz.org.

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