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Rubrik: Szene

Tauchen, springen, sprengen – deutsche Minentaucher zu Gast in finnischen Tiefen

Mittwoch, 22. September 2010, 08:00

Die größte Marineübung im Ostseeraum, „Northern Coasts 2010", wird dieses Jahr zum ersten Mal von Finnland als Gastgeberland ausgetragen. Das Manöver, das noch bis zum 24. September läuft, bindet deutsche Minentaucher in unterschiedlichste Übungen ein und bietet Herausforderungen in einem internationalen Umfeld

Minentaucher beim Sprung

Ein Minentaucher beim Sprung aus dem Hubschrauber in die Ostsee, Foto: Sven Könnecke, Deutsche Marine

Zu den zahlreichen Übungen der deutschen Minentaucher in Finnland gehörte am vergangenen Samstag auch eine so genannte „Winch-Übung". Das bedeutet, dass die Taucher erst aus einem fliegenden Hubschrauber in das Wasser sprangen, um hinterher mit einer Seilwinde wieder hinaufgezogen zu werden.

Das besondere bei dieser Übung war, dass der Hubschrauber durch die finnische Marine gestellt wurde. „Es müssen eine Menge Dinge besprochen werden und alle Beteiligten müssen sich genau abstimmen. Das ist im Rahmen der Zusammenarbeit mit anderen Ländern nicht immer einfach, weil jedes Land doch etwas andere Verfahren anwendet und man sich erst aufeinander einstellen muss", sagte Fregattenkapitän Arne Krüger von den „Spezialisierten Einsatzkräften der Marine" (SEK M) aus Eckernförde.

Tatsächlich dauerte es beim ersten Anflug relativ lange, bis der finnische Pilot des Hubschraubers vom Typ „NH90" die augenscheinlich richtige Höhe gefunden hatte, damit die Taucher springen konnten. „Wir haben ihm nach den ersten vorsichtigen Anflugversuchen gesagt, er solle etwas höher gehen. Wir sind es gewohnt aus circa zehn Metern Flughöhe abzuspringen", berichtete einer der beiden beteiligten deutschen Minentaucher nach der Übung und fügte hinzu: „Die finnische Crew wollte das zuerst nicht glauben und schüttelte die Köpfe. Als ich dann zum Kopfsprung ansetzte anstatt des üblichen Fußsprunges, haben sie mich wohl für verrückt erklärt."

Die folgenden der insgesamt fünf Anflüge verliefen dann zunehmend schneller und koordinierter. Es dauerte lediglich wenige Minuten, bis die Taucher nach dem aufwinchen jeweils wieder wohlbehalten an Bord des „NH90" waren. „Man konnte bei der heutigen Übung ganz deutlich die Trainingsfortschritte beobachten. Nach anfänglichen Unsicherheiten lief es am Ende so, als würden alle Beteiligten schon seit Jahren zusammen arbeiten", zog Fregattenkapitän Krüger als Fazit und betonte abschließend: „Der Pilot hat es genau richtig gemacht, indem er anfangs eine niedrige Absprunghöhe anbot. Die Sicherheit der Soldaten geht allen anderen Dingen voran. Ich bin sehr zufrieden. Dies war eine sichere und gewinnbringende Übung für alle Beteiligten." Infos: www.marine.de.

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