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Rubrik: Szene

Tieftauchen: Ägypter Wael Omar will die 400-Meter-Marke knacken

Donnerstag, 18. Februar 2016, 09:28

Ras Mohamed, Sharm el-Sheik, ein Tauchgebiet macht von sich reden. Dieses Mal aber nicht wegen seiner Top-Tauchspots für Sporttaucher, sondern wegen eines Weltrekordversuchs, der alle bisherigen Grenzen sprengen soll

Wael Omar

Wael Omar beim Aufstieg von einem Trainingstauchgang, Foto: © Wael Omar

Der ägyptische Profitaucher Wael Omar will nicht nur den bestehenden Tieftauch-Weltrekord seines Landsmannes Ahmed Gamal Gabr über 332,35 Meter brechen sondern zugleich die als kaum machbare Schallmauer von 400 Metern Tiefe erreichen. Am 30. März 2016 soll der Tauchgang stattfinden, der nach Einschätzung zahlreicher Mediziner erhebliche Risiken beinhaltet.

Ahmed Gabr war am 18. September 2014 vor Dahab in wenig mehr als 12 Minuten mit Mischgas bis auf 332 Meter abgetaucht, sein Aufstieg dauerte gut 15 Stunden. Wael Omars Unterfangen wird nicht nur körperliche Grenzen erreichen, sondern stellt auch an die Logistik, ohne die dieser Tauchgang nicht zu bewältigen ist, enorme Herausforderungen. 25 Supporttaucher mit fast 120 Tanks werden den Rekordtaucher bis auf 140 Meter Tiefe begleiten um dann vor allem die auf den 19 minütigen Abstieg in die Rekordtiefe folgende rund 28 Stunden dauernde Austauchphase zu sichern. Besonders der relativ schnelle Abstieg auf die geplanten 400 Meter ist abgesehen von unzähligen Risikofaktoren mit einer besonderen Gefahr verbunden.

Wael Omar

Wael Omar kurz vor einem Trainingstauchgang, Foto: © Wael Omar

Der schnelle Druckanstieg könnte durchaus zu einem HPNS Syndrom (High Pressure Nervous Syndrome) führen. Hierbei wird durch den hohen Druck die Nervenmembran komprimiert und eine Veränderung der Reizleitungsfunktionen ist die Folge. Vorstellbar ist das Ganze als „Gegenteil“ zur Inertgasnarkose, bei der durch die Aufnahme des Narkosegases ein „Aufquellen“ der Nervenmenbran auftritt. Die ersten Symptome können bei schneller Kompression durchaus bereits ab 150 bis 200 m Tiefe auftreten: der sogenannte „Helium tremor“. Es kommt zu einem Zittern der Finger, vom Taucher nicht willentlich unterdrückbar; anspruchsvolle manuelle Verrichtungen werden fast unmöglich. Mit zunehmender Tiefe treten weitere Symptome auf die alle Bereiche des Zentralnervensystems erfassen können, wie beispielsweise Schwindel und Übelkeit, Koordinationsstörungen und der Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit.

Wael Omar

Wael Omar in der Deko nach einem Trainingstauchgang, Foto: © Wael Omar

Bei 140 Metern soll ein erster Tankwechsel erfolgen und ab hier die mehr als eintägige kritische Austauchphase vom Supportteam durchgehend begleitet werden. Mehr als 160 Tanks mit Atemgasen wird der ägyptische Technical Training Instructor (TTI) für diesen schwierigen Aufstieg benötigen.

Wael Omar hatte erst 1998 seinen OWD gemacht und danach die Laufbahn über Divemaster zum Instructor in Ägypten gemacht. Seit 2001 hat der erfahrene Taucher den Weg in die Profitaucherei beschritten und zahlreiche Tieftauchgänge unternommen.

In Foren und in Taucherkreisen wird unterdessen sehr kontrovers über Sinn und Unsinn solcher Rekordtauchgänge diskutiert. Omar hatte seine Tauchgänge zwar bisher gewissenhaft und bis ins Detail genauestens geplant und durchgeführt, Tauchmediziner bezeichnen das Risiko dennoch als zu hoch und daher grenzwertig.

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