TauchJournal - abtauchen im netz
RSS-Feed TauchJournal aud Facebook
» News » Umwelt » Todesstoß für Delphine

Rubrik: Umwelt

Todesstoß für Delphine

Montag, 24. Februar 2014, 11:49

Laut der Naturschutzorganisation WWF bedroht der Bau des Don Sahong Staudamms in Laos die letzten etwa 80 Flussdelphine im Mekong. In einem Report kritisiert der WWF den für die kommenden Monate angekündigten Baubeginn und warnt vor gravierenden Umweltauswirkungen. Das Hauptverbreitungsgebiet der Delphine liegt nur einen Flusskilometer unterhalb des geplanten Staudammes

Irawadi Delphin

Irawadi Delphin (Orcaella brevirostris), Foto: © F. Trujillo/WWF

„Die Flussdelphine im Mekong leiden schon heute unter extremen Stress und schädlichen Umweltbelastungen. Das Don Sahong Projekt wird eines ihrer letzten verbliebenen Habitate zerstören“, warnt Dr. Jian-hua Meng, WWF-Referent Nachhaltige Wasserkraft. Unter vielen anderen schädlichen Einflüssen der nahen Großbaustelle wird mit massiven Druckwellen zu rechnen sein, da für solche Baumaßnahmen enorme Gesteinssprengungen vorgenommen werden. Die Druckwellen seien für die Delphine mit ihrem extrem empfindlichen Gehör möglicherweise nicht nur schädlich, sondern könnten sie sogar töten.

Außerdem sei in der Region ein erhöhtes Schiffsaufkommen, Veränderungen der Wasserqualität und die mit dem Bau einhergehende Zerstörung des Ökosystems zu befürchten. Zudem bedrohe der Staudamm die weltweit größte Binnenfischerei, da er die Fischwanderungen im Flusssystem blockieren werde. „Die wirtschaftliche Grundlage und Ernährungssicherheit für Millionen von Menschen ist bedroht “, warnt Meng.

Kein Wunder also, dass Nachbarländer und Mekong-Anrainerstaaten die Entscheidung Laos ebenfalls kritisieren und darin einen Verstoß gegen die Vereinbarungen in der Mekong Flusskommission sehen. Trotzdem hält die Regierung in Vientiane an ihren Plänen fest. Dabei gäbe es laut WWF durchaus Alternativen deren Auswirkungen auf Umwelt und Menschen geringer seien und die ebenfalls die benötigten Strommengen produzieren könnten.

„Niemand will Laos seiner Entwicklungspotentiale berauben. Im Gegenteil. Der WWF hat Alternativen aufgezeigt die an dieser Stelle Wasserkraftgewinnung ohne Beeinträchtigung der Gewässerdurchgängigkeit ermöglichen. Es ist nicht zu spät, den ökonomisch wie ökologisch wahnwitzigen Bau auszusetzen und auf bessere Alternativen zu setzen“, bekräftigt Meng. Infos: www.wwf.de.

Schlagwörter: ,

Kurzlink:


TauchJournal-News per Mail abonnieren

RSS-Feed abonnieren RSS-Feed

Diesen Artikel weiterempfehlen:

ANZEIGE Mares

Kein Stromschlag fürs Meer

Mittwoch, 17. Januar 2018, 10:21

Scholle

Das europäische Parlament hat am 16. Januar 2018 über die Ausgestaltung der EU-Fischerei abgestimmt. In der Verordnung sind 33 Rechtsvorschriften zusammengefasst, die regeln, wie, wann und wo künftig gefischt werden darf – auch die umstrittene Fangmethode der Elektrofischerei fällt darunter. Sie soll nach Willen des EU-Parlaments endgültig verboten werden. „Wir begrüßen, dass sich das EU-Parlament heute stark gegen die Elektrofischerei positioniert hat, damit steigen die Chancen, dass es in folgenden...

... mehr »

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.