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Sea Explorers

Rubrik: Biologie

Totgesagte Seeschlangenart vor Westaustralien gesichtet

Montag, 28. Dezember 2015, 10:17

Gleich zwei erstaunliche Beobachtungen haben australische Wissenschaftler der James Cook University und Ranger des Ningaloo Marine Parks zu vermelden: Sie sichteten zwei Seeschlangenarten, die als ausgestorben galten bzw. stark bedroht sind

Kurznasige Seeschlangen

Kurznasige Seeschlangen (Aipysurus apraefrontalis), Foto: © Grant Griffin

Der Park-Ranger Grant Griffin machte am Ningaloo Riff eine erstaunliche Entdeckung: zwei hellbeigefarbene Seeschlangen, die sich offensichtlich im Liebesspiel umschlängelten. Die Schlangen erinnerten ihn an die Kurznasigen Seeschlangen (Aipysurus apraefrontalis). Diese Art war zuvor nur im Ashmore Riff im Indischen Ozean beobachtet worden, zuletzt 1998 und galt als ausgestorben. Griffin fotografierte das Schlangenpaar und schickte die Aufnahmen an die Spezialistin Blanche D'Anastasi vom ARC Centre of Excellence für Korallenriff-Studien an der James Cook University.

„Wir waren überwältigt, diese möglicherweise ausgestorbenen Schlangen in einem der Naturerbe-Stätten Australiens, dem Ningaloo Riff, vorzufinden. Noch spannender ist, dass sie jung und offensichtlich verliebt sind. Das deutet darauf hin, dass wir es mit einer Population zu tun haben, die sich vermehrt", so D'Anastasi.

Blattschuppige Seeschlange

Blattschuppige Seeschlange (Aipysurus
foliosquama), Foto: © Blanche D'Anastasi

Die Forscher machten noch eine weitere bedeutende Entdeckung: In der weiter südlich gelegenen Shark Bay in Westaustralien spürten Biologen eine Population der Blattschuppigen Seeschlange (Aipysurus foliosquama) in den üppigen Seegraswiesen auf – eine echte Überraschung. Bisher hatte man vermutet, dass die einzige australische Population im 1.700 Kilometer nördlich gelegenen Ashmore Riff lebt. „Wir haben gedacht, dass diese Art nur in tropischen Korallenriffen vorkommt", so D'Anastasi.

D'Anastasi sieht in der (Wieder-)Entdeckung der beiden Schlangenarten eine neue Chance, die endemischen Arten besser zu schützen. Insgesamt ist in den australischen Meeresschutzgebieten die Anzahl der Seeschlangen rückläufig. Warum das so ist, wissen die Wissenschaftler nicht genau. Einige fallen offensichtlich der Schleppnetzfischerei zum Opfer. Daneben mag es weitere Gründe geben, die in der Biologie dieser Tiere begründet sind. Die Biologen nehmen die Wiederentdeckung der beiden Arten jetzt als willkommenen Anlass, diese eingehend zu erforschen.

Die Forscher haben die Entdeckungen der beiden Seeschlangenarten in einer kürzlich veröffentlichten wissenschaftlichen Studie dokumentiert. Infos: www.coralcoe.org.au.

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