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Rubrik: Umwelt

Unter Wasser mit Engeln und Fransen

Dienstag, 10. August 2010, 09:51

Wer denkt, Hammer- oder Katzenhai gehören zu den skurrilsten Haien, kennt die Karibische Meersau oder den Schokoladenhai noch nicht. Grund genug für Rette den Hai e. V., aus den mehr als 500 Arten die Top 10 der Knorpelfische mit den kuriosesten Namen zu küren

Rette den Hai e V Engelshai © Torsten Schoenhoff/Fotolia

Engelshai, Foto: Rette den Hai e. V., © Torsten Schoenhoff/Fotolia

Zu den außergewöhnlichsten Haien zählen die Fransen-Teppichhaie (Eucrossorhinus dasypogon). Die bodenbewohnenden Haie besitzen eine hellbraune, unregelmäßig gefleckte Haut und um das Maul sowie am Unterkiefer viele Fransen, so genannte Barteln. Mit diesem, an einen Fransenteppich erinnernden, Aussehen holt sich diese gefährdete Art verdient den 1. Platz bei der Wahl des skurrilsten Namens. Knapp dahinter folgt die Karibische Meersau (Oxynotus caribbaeus). Meersauhaie leben unter anderem im westlichen Atlantik und gehören mit einer maximalen Länge von 1,50 Metern zu den relativ kleinen Arten. Die sehr hochrückigen Tiere haben zudem große Bauch- und Brustflossen. Der dritte Platz geht an den Engelshai (Squatina squatina). Zu Menschen lammfromm, haben es Engelshaie hauptsächlich auf Plattfische und Krebstiere als Beute abgesehen. Die vom Aussehen her an Rochen erinnernden Haie haben sehr breite und abgerundete Brustflossen, die wie Flügel aussehen. Auch Engelshaie stehen leider auf der „Roten Liste" der bedrohten Tiere. Sie werden dort als „verletzbar" (vulnerable) eingestuft.

Auf den weiteren Plätzen folgen Pyjama-Hai (Poroderma africanum), Borstiger Katzenhai (Bythaelurus hispidus) und Schokoladenhai (Dalatias licha). Auf den respektablen 7. Platz hat sich der Düstere Hai (Carcharhinus obscurus) geschwommen. Den Namen hat diese, zu den Grauhaien gehörende, Art nicht aufgrund ihres Gemütszustandes erhalten, sondern durch seine meist dunkle Färbung. Düstere Haie kommen in vielen Gewässern vor – zum Beispiel im nördlichen Golf von Mexiko. Daher sind diese Populationen besonders von der Ölkatastrophe betroffen. Die cleveren Tiere folgen gerne Schiffen, wahrscheinlich weil sie gelernt haben, dass manche Schiffe leckere Fischreste über Bord werfen.

Ebenfalls in die Top 10 haben es der Pazifische Schlafhai (Somniosus pacificus), der Spinnerhai (Carcharhinus brevipinna) sowie der Fossilhai (Hemipristis elongatus) geschafft. Schlafhaie sind keine müden Gesellen. Die bis zu sieben Meter langen und lebendgebärenden Tiere tauchen bei ihrer Jagd sogar bis in 2.000 Metern Tiefe ab. Ihr Vorkommen erstreckt sich über den nördlichen Pazifik von Japan über Sibirien bis nach Nieder-Kalifornien. Spinnerhaie sind gewandte Schwimmer. Bei der Jagd springen die Tiere häufig aus dem Wasser. Diesem „seltsamen" Verhalten haben Spinnerhaie ihren Namen zu verdanken. Auch diese Art steht auf der Roten Liste und zwar mit dem Status „potenziell gefährdet". Trotz seines Namens schwimmt der Fossilhai lebendig und munter im Indischen Ozean sowie im Westpazifik. Fossilhaie gehören, wie die Mehrzahl der Haie, zu den lebendgebärenden Knorpelfischen.

„Mit dieser nicht ganz ernst gemeinten Liste wollen wir klar machen, dass viele Menschen sehr wenig über Haie wissen. Selbst Wissenschaftlern geht es ähnlich. Von vielen Arten fehlen fundierte Daten etwa über ihre Fortpflanzung oder Gefährdung. Über den Schokoladenhai etwa existieren keine vollständigen Angaben über sein Vorkommen. So lässt sich sein Gefährdungsgrad wissenschaftlich kaum beurteilen", so Folkart Schweizer, Vereinsgründer und -Vorsitzender von Rette den Hai e. V. Infos: www.rette-den-hai.de.

Die Top 10 im Überblick:
1) Fransen-Teppichhai (Eucrossorhinus dasypogon)
2) Karibische Meersau (Oxynotus caribbaeus)
3) Engelshai (Squatina squatina)
4) Pyjama-Hai (Poroderma africanum)
5) Borstiger Katzenhai (Bythaelurus hispidus)
6) Schokoladenhai (Dalatias licha)
7) Düstere Hai (Carcharhinus obscurus)
8) Pazifischen Schlafhai (Somniosus pacificus)
9) Spinnerhai (Carcharhinus brevipinna)
10) Fossilhai (Hemipristis elongatus)

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